Hallo Ihr,
ich wollte Euch von meine letzten Monaten berichten und Euch damit annimieren auch an Euch selber zu denken und nicht nur an den Betrieb für den man arbeitet. Es ist im nachhinein erschreckend, was man sich alles gefallen lässt!
Ich hatte eine 40 Std Ergoanstellung in einem Altenheim (ca 80 Bewohner) wo ich 5 Jahre arbeitete... Dort übernahm ich immer mehr Aufgaben und Verantwortung, hatte freude daran, acuh wenn es Arbeit für zwei Personen gewesen wäre. Ich habe zuletzt die Leitung der 3 87b Kräfte für alle Bereiche (Dienstplan, Tagesplanung, Gruppeninhalte, Beantragung...), die gesammte Organisation der Tagesgestaltung mit Einzel und Gruppen, Ausflüge, Externe Angebote, meinen eigenen Angeboten (auch für Bew mit täglichem Bedarf), gesammte Planung und durchführung der Hauszeitung, schreiben von Konzepten, und so weiter übernommen. Dann kamen noch unsinnige Vorschriften dazu wie z.B. jeder Bew (80!) bekommt einen Wöchendliche wechselnden Wochenplan mit Maßnahmen, Angeboten und Zielen auf sein Zimmer. Ich habe mir für den Betrieb den Ar... ausgerissen! Habe trotz 40 Stunden noch zu Hause vorbereitet! Leider weiterhin für mein Anfangsgehalt!!! Ich sprach dieses Thema mehrfach an, doch es tat sich nichts, außer das ich vertröstet wurde.
Dann kam der "Hammer" ich sollte für dieses mickrige Gehalt auch noch Samstags arbeiten! Dazu war ich nicht bereit, mein Wochenende mit der Familie ist mir da wichtiger. Das "Nehmen" und das "Geben" standen schon vorher in keinerlei Verhälltnis! Alle Erklärungen und Vorschläge dieses zu beiderseitiger Zufriedenheit zu lösen schlugen fehl... Bis mein Chef drohte meinen Urlaub zu streichen und mich anschrieh, das nahm mich sehr mit. Später am Tag musste ich nochmals zum Gespräch, dort hatte er sich "Hilfe" geholt. Ich behaupte einfach, dass es so geplant war... es wurden die dümmsten Kleinigkeiten rausgekramt und mir vorgeworfen und jede meiner Aussagen sei eine Ausrede... ich solle mich dem Betrieb fügen, woanders hätte ich noch mehr Vorschriften... die Art und Weise war echt fies... nach diesen zwei Stunden Gespräch war ich einfach nur fertig... zitterte und war kaum in der Lage noch einen Satz richtig zu formulieren. So hat noch nie jemand mit mir geredet
ich fühlte mich erniedrigt und wie ein Leibeigener der Firma.
Zu Hause überlegten mein Freund und ich gemeinsam was wir jetzt machen sollten.
Es war eigentlich das Naheliegenste... ich habe nächsten Morgen meine Kündigung abgegeben (es war der letzte Tag des Monats) mit Resturlaub und Überstunden hatte ich dann nur noch 10 Tage zu arbeiten.
Ich verabschiedete mich bei meinen Kollegen und auch bei den Bewohnern mit Kaffee und Kuchen. Mein Chef tat so, als sei ich Luft, gratulierte mir nicht zum Geburtstag, mied Pausen an denen ich auch teilnahm und war auch beim Schlüssel abgeben einsilbig.
Die vom Arbeitsamt haben mir gesagt, dass ich trotz eigener Kündigung Anspruch auf Arbeitslosengeld habe, da ich wegen Unzumutbarkeit gekündigt habe! ABER soweit kam es zum Glück nicht, ich habe einige Altenheime in meiner Umgebung angerufen und siehe da, nach nur einer Woche suche und einem Probearbeitsag hatte ich eine neue Anstellung. Wir konnten also wie geplant unseren Urlaub machen und jetzt habe ich gerade meine erste halbe Arbeitswoche hinter mich gebracht! Die Pflege ist nett und hilfsbereit, auch die Putzfrauen und das Küchenpersonal. Alle arbeiten zusammen, das finde ich super! Vorschriften habe ich hier kaum welche, ich soll den Ergobereich aufbauen. Ach ja, es gibt für 30 Wochenstunden das selbe Gehalt wie bei meiner Alten für 40 Wochenstunden!
Leute, nehmt Euch ein Beispiel und lasst Euch nicht alles gefallen! Schaut ganz objektiv, bin ich damit zufrieden was ich tue oder tun soll? Möchte ich das? Fühl ich mich in dem Betrieb wohl? Falls nicht, schaut Euch um, sucht Euch was neues. Aber bitte anders als ich es gemacht habe, erst einen neuen Job haben und dann kündigen!
Lg
Mottchen