gestalterische Angebote

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29 Juni 2007 21:40 #935 von kath.ge
gestalterische Angebote wurde erstellt von kath.ge
Ich brauche dringend Ideen für kreative Angebote für meine Bewohner. Leider ist die Arbeit mit Salzteig bei ihnen nicht gut angekommen, da sie eine Abneigung gegen die Konsistenz des Salzteiges hatten beziehungsweise viele Bewohner die Gestaltung mit Salzteig ablehnten.
Knüllchenbilder haben wir bereits hergestellt, wobei viele Bewohner integriert werden konnten.
Nun suche ich nach neuen Ideen, leider steht mir für den therapeutischen Bereich, wie wahrscheinlich in vielen Einrichtungen nur ein sehr knappes Budget zur Verfügung.

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30 Juni 2007 10:43 #943 von ententigger
ententigger antwortete auf gestalterische Angebote
Zu deiner Frage fallen mir folgende Dinge ein:
- Quadratologos ausmalen (sind eigentlich kleine, eben quadratische Bilderrahmen, die mit Fäden bespannt sind, so dass weitere kleine Kästchen entstehen; kann man so kaufen), kann man aber auch auf Papier kostengünstig aufzeichnen. Zeichne also ein Quadrat, das in jeweils 10x10 weitere Kästchen unterteilt wird. Kopiere es für alle Teilnehmer. Farben so auswählen, dass sie von einer Grundfarbe variieren. (z.B. gelb, orange, rosa) oder (hellgrün, dunkelgrün, gelb)oder (hellblau, dunkelblau, weiss)
Spielregel dabei ist, dass von den drei Farben, die zur Verfügung stehen, alle genutzt werden sollten und dass der Pinsel zwischendurch nicht ausgewaschen wird. So vermischen sich die Farbtöne und es kommt zu einem schönen Ergebnis. Die kleinen Quadrate geben Struktur. Anschließend können alle Quadrate (z.B 9 stück) zu einem großen Quadrat (Gruppenbild) zusammengelegt und aufgehängt werden.
- Kleisterpapiere gestalten: Blatt Papier wird dazu von den Bewohnern mit Kleister eingepinselt und anschließend mit entweder Seidenmalfarbe oder  Abtönfarbe bunt gestaltet, nach dem trocknen kann man aus jedem Kleisterbild einen Fisch machen. Nehme dazu ein Stück Peddigrohr und biege es, so dass der Körper eines Fisches und die Andeutung der Schwanzflosse entsteht, also einmal überkreuzen lassen, diese kannst du dann an der Schnittstelle tackern, eventuell hilft dabei ein noch kräftiger Bewohner. Anschließend wird der Peddigrohr -Fisch auf das Kleisterpapier geklebt, nach dem Trocknen, können die Bewohner das überstehenede Papier abschneiden. Fische können anschließend aufgehängt werden. Der Fisch hat also den Rahmen vom Peddigrohr und den bunten Bauch vom Kleisterpapier. Hoffe es ist so verständlich.
- Als alternative zu "Knüllchenbildern", wäre auch eien Art Mosaikbild möglich, du gibst irgendein Motiv vor, stellst entsprechende Papier- oder Transparentpapierschnipsel bereit und die Teilnehmer können diese mit Kleister auf das Motiv kleben.
- Drucken mit Korken und Mossgummi oder Fingerdruck (eventuell mit Handschuhen) auf Stoff, Papier, Tontöpfe wäre auch möglich
-Statt Salzteig kannst du auch mal Pappmaschee ausprobieren
-Mandalas gestalten zu entspannender Musik
-Lavendeltöpfchen stecken lassen, vielleicht kann jemand auch noch Stoffsäckechen dazu nähen, als Duftsäckchen.
-Musikinstrumente (Rasseln mit verschiedenen Inhalten, Klangstäbe, Trommeln, Regenmacher )selbst herstellen und bunt gestalten lassen, anschließend z.B. zum Singen als Taktinstrument nutzen.
- Pustebilder herstellen, wässrige Farbe mit Pipetten auftropfen lassen und mit Strohhalmen zerpusten, anschließend damit z.B. Küchenrollen damit bekleben und zur Gymnastik nutzen.

So hoffe da sind ein paar neue Ideen für Dich dabei, würde mich freuen, wenn Du über deine Erfahrungen berichtest
LG ententigger

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01 Juli 2007 12:33 #951 von Katrin27
Katrin27 antwortete auf gestalterische Angebote
Eine nette Variant - vor allem für die Damen - ist das Gestalten eines Türkranzes mit Stoffresten. Dazu benötigst Du einen Styroporring und Stoffreste in unterschiedlichen Ausführungen. der Stoff wird in kleine Quadrate geschnitten (ca. 2x2 bis 3x3cm). Macht sich auch schön mit einer gezackten Schere. Dann werden die Stoffquadrate mit einem Bleistift (in der Mitte des Stoffquadrates angesetzt) in den Styroporring gesteckt. So hat es den Anschein, als wenn viele kleine Blüten auf dem Kranz zu sehen sind. Vorteil: Du kannst den Stoff mit Bewohnern vorbereiten, die noch recht fit sind und auch mit solchen Bewohnern die Kränze herstellen, die bereits größere Einschränkungen haben, da hier die Verletzungsgefahr beim Reinstecken des Stoffes in den Kranz gering ist und zudem kein Leim benötigt wird, da die Stoffteile im Styropor von allein halten. Wegen der Kostenfrage: manche Ringe sind komplett rund. Aus denen kannst Du zwei machen, indem Du sie einfach einmal quer durchschneidest - am besten geht das mit einem gezackten (Brot-) Messer. ;)

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02 Juli 2007 18:11 - 29 Apr. 2008 09:09 #960 von Anonymous
Anonymous antwortete auf gestalterische Angebote
Hallo kath.ge!

Nun hast du ja schon einige Anregungen bekommen, insbesondere die Idee mit dem Türkranz finde ich toll und werd es demnächst auch mal ausprobieren.
Danke für den Tipp, Kathrin27!

Wenn man bedenkt, dass das Klientel im Pflegeheim früher keine Zeit zum "Basteln" hatte kann man verstehen, dass viele Bewohner eine Abneigung haben wenn sie das Wort "Basteln" nur hören! Umso erstaunlicher, dass so viele Bewohnerinnen und Bewohner dennoch so viel Spaß daran haben und auch viele Kompetenzen an sich entdecken können.

Hier noch ein paar Anregungen von mir, die von  mir allesamt  in der Aktivierung dementiell beeinträchtigter Bewohner erprobt sind:

- Pompons wickeln [/b
Das ist eine leicht überschaubare Tätigkeit, die wenig Handlungsschritte beinhaltet, das Material ist vertraut.
Anschließend können daraus Figuren zusammengesetzt werden, die zur Dekoration und/oder der jahreszeitlichen Orientierung dienen wie die Hühner zur Osterzeit, wovon ich mal ein Bild  in den Anhang gepackt habe.

Nassfilzen
Eine super Möglichkeit, um die Wahrnehmung (taktil, olfaktorisch) und Mobilisation der oberen Extremitäten (insbesondere Hände) zu fördern.
Ich  habe ausrangierte Tennisbälle ausgeschnitten, eine Glocke hineingetan und 3-4 Lagen drüberfilzen lassen, evtl. kann man noch einen Schweif aus Bändern mit verfilzen. Auf diese Weise erhält man tolle Bälle, die man bei der Gymnastik einsetzen kann und die bei jeder Bewegung ein Geräuch von sich geben. Die Rolbewegungen beim Nassfilzen sind jedem Bewohner vertraut, sie können relativ selbständig arbeiten. Erst mal im Selbstversuch testen, denn man muss schon den richtigen Zeitpunkt erwischen wann man die nächste Lage Wolle nimmt bevor der Punkt erreicht ist, wo es nicht mehr geht!

Seidenmaleri in Knüddeltechnik
Auch hier erhält man ein schönes Ergebnis, welches hinterher bei der Gymnastik eingesetzt werden kann. 
Bewohner mit starken Antriebsstörungen oder solchen, die sehr langsam arbeiten benutzen einfach  einen dicken Pinsel für schnelle Erfolgserlebnisse, sehr schnelle Bewohner dementsprechend einen  dünnen Pinsel um die Ausdauer zu fördern.
Das Tuch ist innerhalb von ca. 15 Minuten fertig betupft und muss nur noch trocknen. Ist nur problematisch dem Bewohner nach der Trocknungszeit klarzumachen, dass dies sein Tuch ist, weil er sich ja nicht mehr dran erinnert! ;-) 
Variante: Das Tuch aufspannen und bemalen, Schablonen mit verschiedenen Mustern auf das Tuch legen und in der Sonne trocknen lassen. Nennt sich daher auch "Sonnentechnik". Durch die Wärme der Sonne zieht sich die Farbe unter der Schablone weg, so dass nach dem Trocknen also an dieser Stelle das Tuch weiß bleibt.  Geht auch prima beim Batiken und man erhält auf ganz einfache Weise schöne Ergebnisse.

Gestecke
Zu jeder Jahreszeit kann man einen Blumentopf mit Steckmasse füllen und mit frischem Grün der Jahreszeit entsprechend dekorieren. Insbesondere in der Weihanchtszeit mache ich das gern mit den Bewohnern, um den Tischschmuck anschließend auf die Tische im Speisesaal oder auf den Nachtschrank der bettlägerigen Bewohner zu stellen und somit für weihnachtliche Athmosphäre zu sorgen.

Vogelplätzchen
In der Winterzeit machen wir immer Vogelplätzchen, die anschließend von außen an die Bewohnerfenster gehängt werden, so dass die Vögel beim Fressen beobachtet werden können. Die Plätzchen werden - wenn man sie nach draußen in  die Kälte stellt - innerhalb von 10 Minuten fest, so dass man auch schnelle Erfolgserlebnisse hat was ja immer ganz wichtig ist wenn man mit Dementen arbeitet.
Die genaue Anleitung findest du unter www.zzzebra.de wenn du das Suchwort "Vogelplätzchen" eingibst. Aber bitte drauf achten, dass das Fett nur noch lauwarm ist um Verbrennungen zu vermeiden!

Das waren einige meiner "kampferprobten" Ideen, vielleicht ist für dich ja was dabei.

Liebe Grüße,
Cassio


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03 Juli 2007 21:11 #968 von ententigger
ententigger antwortete auf gestalterische Angebote
Hallo cassio,

hab' noch mal eine Frage zu der "Sonnentechnik".
Bepinselst du das gesamte Tuch und dann legtst du Schablonen aus Pappe drauf und dann das ganze in die Sonne stellen. Kann es mir gar nicht vorstellen, dass die Farbe, dann dort wieder wegzieht. Oder hab' ich da etwas verkehrt verstanden.
LG ententigger

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04 Juli 2007 18:19 - 04 Juli 2007 18:21 #976 von Anonymous
Anonymous antwortete auf gestalterische Angebote
Hallo ententigger,

ja, erst das Tuch bepinseln, dann auf die noch feuchte Farbe die Schablonen legen und ab in die Sonne zum trocknen.
Ich hab die Sonnentechnik aus einem Buch und konnte es auch nicht glauben, bis ich es einmal ausprobiert habe. Wichtig ist allerdings, dass die Sonne auch dauerhaft und warm scheint, sonst klappt´s nicht. Also an einem sonnigen herbsttag klappt´s nicht  :P
Probier es doch selbst einmal aus!

Liebe Grüße,
Cassio

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05 Juli 2007 19:38 #989 von ententigger
ententigger antwortete auf gestalterische Angebote
Ja, vielen Dank Cassio, Werd' ich mal ausprobieren.
Gruß ententigger

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08 Juli 2007 17:14 #1007 von bettyzuhause
bettyzuhause antwortete auf gestalterische Angebote
Hi - ich hab`vor einiger Zeit mit meinen Bew. ein "Wollprojekt" beendet. Viele haben früher selbst gestrickt oder gehäckelt, das "Wolle zum Knäuel wickeln" ist manchen in Fleisch und Blut übergegangen, also sehr vertraut. In der Gruppe befanden sich Demente (versch. Graduierung) und Nicht-Demente. Diese waren z.Teil in der Lage anderen zu helfen (z.B. bei Beginn des Knäuels). Also: Wolle war reichlich vorhanden (Angehörige, Mitarbeiter); diese wurde erst einmal sortiert (farblich) und evtl ausgefizzt (wo möglich), teilweise waren noch angefangene Stricksachen dabei, diese konnten aufgetrennt werden. Dabei entwickelte sich u.a. schon sehr viel Gesprächsstoff..., dann wurde Zeitungspapier in unterschiedliche Größen zerrissen und zu kleinen Kugeln (bis ca. 5 cm Durchmesser) geformt, diese wurden dann mit Wolle solange umwickelt, bis man das Papier nicht mehr sehen konnte. Wir hatten gemeinsam das Thema "Baum" gewählt und arbeiteten deswegen hauptsächlich mit grünen (Laub/Wiese), braunen (Stamm), weißen und hellblauen (Himmel) Farbtönen. Diese Knäuel wurden auf ein großes Stück Pappe (ca. 1x1,20m, vorher auf Holzrahmen getackert) zu einem Baum arrangiert und aufgeklebt. Damit man den Rahmen nicht so sehen sollte wurden anschließend Wollzöpfe geflochten und dieser damit verkleidet. Jetzt hängt das Bild bei uns im Flur mit den Namen der daran Mitwirkenden (Angehörige sind teilweise erstaunt, was ihre Eltern etc. "noch" können). Auch mancher Bew. bleibt gern vor dem Bild stehen um es zu betrachten.
Jetzt haben wir schon mal das "Nächste" in Angriff genommen: Pappstreifen (ca. 10x3cm) werden mit Wolle umwickelt und später zu einem Mosaik zusammengestellt
Manchmal hören wir dabei Musik oder es wird nur erzählt ...
Nun wird mancher denken - man kann doch nicht immer nur Wolle wickeln. Machen wir auch nicht!  :)
... die Idee dazu entsprang übrigens dem Titelbild von "Wahrnehmen und Motivieren" von Ute Schmidt-Hackenberg  ;)

Ich hoffe damit  einen kleinen Beitrag zu Ideenbildung gegeben zu haben, MfG bettyzuhause

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