CMOP im Altenheim

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24 Apr. 2010 10:27 #8181 von Kisu
CMOP im Altenheim wurde erstellt von Kisu
Hey ihr Lieben,

ich bin am überlegen ob ich demnächst das COPM des Canadian Model of Occupational Performance einzusetze. Hat da wer erfahrungen mit gemacht bzw. kann mir jemand ein paar tips geben wie man es gut anwendet. Ich hab schon viel gelesen auch fallbeispile aber eine art erfahrungsbericht noch nicht :)
Also ich würd mich freuen wenn mir wer antwortet.

LG
Kisu

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24 Apr. 2010 13:51 #8183 von Christelchen
Christelchen antwortete auf CMOP im Altenheim
Die Idee finde ich sehr interessant! Ich bin jetzt seit einem Jahr in meiner Einrichtung und außer dem MMST wende ich keine Assesments an, was mir eigentlich nicht wirklich gefällt. Bin gerade dabei mir einen Befundbogen zu erstellen, aber das COPM wäre sicher auch eine gute Möglichkeit. Allerdings denke ich dass es sehr schwierig werden würde von den Damen und Herren überhaupt geeignete Antworten zu bekommen. Habe sowas im Rahmen von Erstgesprächen schonmal ansatzweise versucht und außer "ach, ich bin zufrieden!" und "Ich bin alt und hab hier doch alles, was soll ich da noch verbessern?" kam da nicht viel...aber ich bin gespannt auf andere Erfahrungen damit?

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24 Apr. 2010 16:18 #8184 von Kisu
Kisu antwortete auf CMOP im Altenheim
Naja es kommt halt auf die Gesprächsführung an. Wenn man fragen stellt in denen man indirekt Sachen vorraussetzt oder dem Patienten suggeriert na eigentlich gibts doch nix was sie nicht können oder sie haben hier doch alles oder das können sie doch bestimmt, stößt man sicherlich schnell an seine Grenzen. Falls man aber wirklich nicht weiterkommt sind Befundungen mit Hilfe der Angehörigen sicherlich eine gute Alternative auch für Demenzerkrankte bei denen das Assessment nur schwer angewendet werden kann.
Ich bin noch sehr neu im Beruf und habe vor kurzem das Heim gewechselt.
Da ich aber die einzige Ergo bin möchte ich so meinen/unseren Beruf in dem Heim dadurch hervorheben und schließlich sind es doch die Assessments die uns von anderen Berufsgruppen abheben damit wiir nicht immer nur als die Entertainer in Heimen abgestuft werden (ich sags jetzt einfach mal ganz krass..is ja manchmal so).
Zudem gibt das Model auch mir als Berufsanfänger eine Sicherheit und dem Bewohner auch wenn ich danach verfahre.

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30 Apr. 2010 07:04 #8200 von Sophia65
Sophia65 antwortete auf CMOP im Altenheim
Hallo Kisu,
habe im Rahmen meiner Ausbildung das COPM angewendet, allerdings nicht bei dementen Bewohnern. Da hat es sehr gut funktioniert.

Nun bin ich seit knapp einem Jahr mit der offiziellen Ausbildung fertig und arbeite in einem Heim. Dort bin ich auf der Wohngruppe für jüngere Menschen und mit den Senioren habe ich nur indirekt und recht wenig zu tun. Bin auch die einzige Ergo im Haus und arbeite eng mit den Frauen von 87b zusammen. Sicher bin ich auch mal Entertainer, aber das macht nichts, denn ich erhöhe durch meine Arbeit die Lebensqualität der Bewohner und ermögliche ihnen die Partizipation auch am Leben außer Haus. 
Ich denke, dass sich meine Arbeit von der der anderen aus dem sozialen Dienst unterscheidet, dass ich oft anders auf den Menschen schaue, über die Krankeiten und deren Auswirkungen mehr Infos habe und dementsprechend anders interveniere. Im Heim und gerde bei dementiell erkrankten Menschen geht es ja in der Regel nicht um große Fortschritte. Es sind die klelnen Dinge, die das Leben einfacher und lebenswert machen und das können zumeist weder Bewohner noch Angehörige benennen.
Zu deiner Frage mit den Assessments: Wir sind nicht die einzige Berufsgruppe, die so was benutzt. Das wurde uns in der Schule auch erzählt, aber was sind Bradon und Norton Skala und ähnliches??
Kennst du das geriatrische Assessment von Gudrun Schaade? (Gibt es hier glaube ich im download). Denke, das ist im gerontopsychiatrischen Bereich gut.Ansonsten bin ich in die Pflegeplanung involviert und beschreibe da die Ziele und teilweise auch den Weg dahin. Oftmals ergibt sich die Begründung eben aus der Biographie. Auch da kannst du dich von anderen Berufsgruppen abheben, allein, weil du eben anders formulierst, definierst...
Nun habe ich dich aber genug zugetextet  :) Ich wünsche dir einen schönen Tag.

Liebe Grüße von Sophia65

Glück ist nicht in einem ewig lachenden Himmel zu suchen, sondern in ganz feinen Kleinigkeiten, aus denen wir unser Leben zurechtzimmern.
Carmen Sylva,Schriftstellerin

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30 Apr. 2010 08:06 #8201 von Kisu
Kisu antwortete auf CMOP im Altenheim
Vielen Dank für die ausführliche Antowrt.
Das mit den Entertainern war nicht negativ gemeint aber oft wreden wir so abgestempelt zumindest habe meine Kolegen und ich die Erfahrung gemacht. Das sind dann aber meist die Leute die keine Ahung haben.
Nichts desto trotz...ich habe mich mal bei mir im Heim erkundigt aber scheinbar wird ein Assessment gar nicht gewünscht. so unterschiedlich kann es in Heimen sein.
Meine Chefin gehört zu der Sorte "Ich hab keine Ahung von Ergotherapie, mach mal, darf aber nix kosten" -Gattung :/ Dementsprechend glaub ich wird das nix mit COPM.
Von dem Assessment von Fr. Schaade hab ich schon gehört muss ich mich nochmal umgucken vll hilft es mir ja ein bischen weiter auch wenn ich es direkt nicht anwenden wrde.Irgendwie sehr schade ich hätte sowas gern gemacht.

LG

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22 Mai 2010 14:36 #8319 von Johanna Radenbach
Johanna Radenbach antwortete auf CMOP im Altenheim
Hallo Kisu,

hast Du das COPM schon angewendet?

meine Antwort kommt etwas spät, aber vielleicht noch rechtzeitig: Ich möchte Dich wie alle anderen dazu ermutigen, das COMP zumindest bei einigen Bewohnern auszuprobieren!

Dadurch gewinnt unsere Arbeit als Ergotherapeut enorm an Qualität. Außerdem ist die Implementierung eines guten ergotherapeutischen Assessments eine prima Möglichkeit, sich von anderen Berufsgruppen, die sich immer stärker in unsere Arbeit einmischen, abzugrenzen. Ich weiß, ich wiederhole das, was andere schon geschrieben haben, aber man kann es nicht oft genug betonen.

Ich selbst habe das COPM bei Demenzkranken ansatzweise angewendet und es war möglich - durch die Hilfe von Angehörigen.

Ich habe aber leider wie so viele hier die Erfahrung machen müssen, dass ergotherapeutische Assessments (oder generell Befundungsinstrumente) in Altenheimen skeptisch von Vorgesetzten beäugt werden. Argumente: Zeit, Geld, Nutzlosigkeit. Was für ein Quatsch. Du als Ergotherapeutin weißt doch am besten, was für Deine Patienten nutzbringend ist. Ich würde mal eine Liste mit guten Argumenten für das COPM aufstellen und Deiner Chefin vorstellen.

viel Erfolg und Freude bei der Anwendung wünscht

Johanna

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