Erstes Praktikum in der Gerontopsychiatrie! Hilfe!

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02 Feb. 2010 11:59 #7683 von Aisling
Hallo ihr Lieben!

Ich bin jetzt seid knapp 3 Wochen in meinem ersten Praktikum in der gerontopsychiatrie. Dort gibt es nur Arbeit in Gruppen, und meine Anleiterin hat nur Hirnleistungsgruppen und Kreativgruppen.
Was ich bisher gesehn habe war immer nur Einzelarbeit in der Gruppe, die Patienten malen entweder ausmalbilder(mandalas) schneiden sie aus und kleben sie auf, oder es gab auch mal ein Gruppen Bild mit einem Thema wo jeder dann ein ausmal Bild zu bekommen hat. In denn Projektgruppen wird mit Ton gearbeitet aber da gibts auch am anfang immer viele Diskussionen so das ich sehr verunsichert bin ob ich mir das zutraue und was für themen ich den Patienten zumuten kann!
In der Hinrleistungsgruppe sitzt jeder an seiner Aufgabe und wenn er etwas nicht versteht kommt er und fragt.
Wir haben täglich eine Gruppe Demenzkranke die aber noch sehr fit sind und sonst eine Gruppe mit überwiegend Depressiv Erkrankten, davon soll ich eine Gruppe übernehmen.
Die Depressiven Menschen nehmen die Kreativ Arbeit gar nicht gut an dann fallen Argumente wie "In meinem Alter brauch ich das nicht mehr" ??? ...

Habt ihr vielleicht Ideen was man mit alten Menschen mit einer Depression im Kreativ Bereich machen kann? Vielleicht irgendeine Projektarbeit? Oder ein Spiel was man bauen könnte?  Hat jemand damit shcon erfahrungen gemacht?
Ich muss jetzt erstmal versuchen eine Begrüßungsrunde und Abschlussrunde in der Hirnleistungsgruppe zu starten ,die ich ab nächster woche übernhemen werde, weil das nicht gemacht wird! Ich bin ziemlich überfordert :-[ !

liebe grüße

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02 Feb. 2010 18:35 #7685 von Svenja Forst
Hallo Aisling,

also erst mal: Durschnaufen und Ruhe bewahren.  :)

Die Patienten solcher Gruppen stellen oft hohe Anforderungen und möchten auch gerne mal deine Grenzen und deine Kompetenz testen. Denk daran, wenn du die Gruppe leitest bist du der Chef. Versuch mit Humor und Selbstbewußtsein an die Sache heranzugehen und dir kleine Fehlschläge nicht zu sher zu Herzen zu nehmen. Und schnapp dir bei Unsicherheiten, Fragen und Ängsten deine Anleiterin; dafür ist sie da.

Wie ist denn die die Altersspanne deine alten Leute? Sind sie eher in den Sechzigern oder schon in den Achtzigern? Der Unterschied ist meiner Meinung nicht ganz unerheblich, da es ungefähr eine Generation ausmacht, die anders großgeworden sind, gelebt haben und andere Vorstellungen von vielen Dingen haben.

Gibt es für dich im Rahmen deines Praktikums die Möglichkeit auch etwas anderes als eine "Kreativgruppe" und eine "Hirnleistungstrainingsgruppe" zu machen? Sozusagen als Praktikumsprojekt? Da gäbe es verschiedene interessante Möglichkeiten.

Die Depressiven Menschen nehmen die Kreativ Arbeit gar nicht gut an dann fallen Argumente wie "In meinem Alter brauch ich das nicht mehr" ...

Das sind auch oftmals Abwehrstrategien, um etwas nicht machen zu müssen, wo sich sich a) nicht vorstellen können, was du von ihnen möchtest oder b) Angst haben zu versagen. Nimm es nicht persönlich. Versuche eher daran zu erinnern, daß es doch auch schön sein kann, etwas zu machen, was vielleicht an die unbefangene Kinderzeit erinnert.

Du kannst auch einfach anfangen, indem ihr ein Bild zusammen wählt, z.B. ein Motiv, was etwas mit dem Leben desjenigen zu tun hat ( wenn es schon Ausmalen sein muß).  Dann wählt ihr zusammen die Farben aus usw. Schritt für Schritt.
Wichtig in der Gerontopsychiatrie ist immer die Biografie des Patienten. Du musst etwas aus ihrem Leben wissen, um gute Ansatzpunkte für Gespräche und Aktivitäten zu haben.

Gibt es denn handwerklich/ gestalterisch noch andere Möglichkeiten? Wie seid ihr ausgestattet?

Für Begrüßung und Abschied kann man ganz gut ein paar motiverende Worte oder ein bestimmtes Lied wählen ( auch je nach Altersdurchschnitt). Versuch auch da etwas Humor einzuschließen.

Und für die Hirnleistungsgruppe würde ich nicht unbedingt ein Fragebogen runterrasseln machen, sondern Themengruppen. "Haushalt früher und heute", "Tiere", "Jahreszeiten" etc. Da kann man dann gut fragen: Welches Lieder, Gedichte kennen sie zu dem Thema ( und gleich auch singen), von A- Z sammeln ( bei leichter Demenz), Sprichwörter vervollständigen lassen. Aber mach ein gemeinsames Erlebnis daraus und bau Material zum Anfassen, Gucken und Riechen ein. 

Erst einmal einen schönen Abend,

Svenja

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02 Feb. 2010 22:41 #7686 von rosi niels
Hallo Aisling
Ich kann mich Svenja  nur anschließen - erst einmal entspannen.

Hier nun einige Vorschläge für verschiedene Gruppen
Kreativ-Gruppe:  Verschiedene Materialien (Wolle /Watte / Pappe) auf den
                        Tisch ausbreiten und gemeinsam überlegen was man aus
                        diesen Dingen herstellen kann
- Pompontiere
- Kraken
- man kann etwas häkel oder stricken und dann mit der Watte füllen
- man kann damit bilder erstellen
- usw

und das schöne daran es kann sowohl einzeln als auch in einer Gruppe gearbeite werden

die angegebenen Materiallien sind nur ein Vorschlag - auch einmal bei Angehörigen fragen ob diese noch z.B. Wollreste  haben und spenden würden

Geburtstagskarten herstellen ist bei den BW meistens aucvh beliebt


So nun einige Vorschläge fürs Gedächtnistraining - wobei es natürlich darauf ankommt wie fit die BW in der Gruppe noch sind

Bei uns mögen die BW (Fit bis angefangene Demenz) gerne
"wer bin ich"
Gab es in den 50 und ´60 áls Quiz mit Robert Lembke unter dem Namen "was bin ich" heiteres Beruferaten

Ich habe für unsere Raterunden Namen von "Stars" und Politikern
in Blockschrift auf DIN A4 Bögen gedruckt und dann einlaminiert
(Hans Albers Zarah Leander Heinz Rühmann Konrad Adenauer Heinz ERhard
Helmut Schmidt................um nur einige zu nennen)
hinten auf dem Bogen steht weiblich ober männlich so das jeder weiss welches GEschlecht seine Person hat
Dann geht das Fragen los
bei ja darf weiter gefragt werden bei nein ist der nächste an der Reihe
geht so lange bis der erste weiss welcher Name auf seinem Schild steht

Zuerst mußte ich immer die Antworten geben inzwischen macht das die Runde selbst
Nach der 5ten Runde darf schon einmal ein Tip gegeben werden - diese kommen meistens auch von den Teilnehmern

Suchbilder sind auch ziemlich beliebt - dazu habe ich farbige Bilder einlaminiert und die Gegenstände die darauf gefunden werden sollen gibt es auf kleine kärtchen werden dann mit wasserlöslichem Filzstift markiert

Fehlerbilder - geht auch in zweiergruppen

So ich hoffe nun habe ich dir einige Anregungen geben können
schönen Abend
Rosi                   




                     

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03 Feb. 2010 10:53 #7687 von Aisling
hallo und vielen dank für die schnelle Hilfe!

Also die Patienten sind zwischen Anfang 70 und Ende 80Jahren und soweit geistig fit, die Gruppen die ich Übernehmen soll hat als Schwerpunkt eher Depression als Demenz.

Bei uns werden nur Gruppen Kreativ Gruppen und Hirnleistungsgruppen angeboten, aber die Patienten haben zusätzich Musiktherapie, Beweugstherapie und Gesprächsrunden auf denn Stationen.

Im Kreativ Bereich bietet die Ergo Speckstein, Ton, Seidenmalen und Malen an (mit Kreide, Patsell oder Bundstiften) Zusätzlich haben wir ein paar wollreste und Stoffreste. Aber ich könnte auch Material bestellen dafür hat unsere Schule kleines Buget.

@Svenja
Vielen dank für die Tipss, ich werde versuchen ein festes Ritual in die Gruppe zu bekommen, aber Singen werde ich nicht das kann ich nicht und das kommt dann betsimmt auch unsicher rüber. Ich werde für die erste Gruppe die ich übernehme (Hirnleistungsgruppe) Sprichwörterkarten vorbereiten. NAch eine kleinen Vorstellungsrunde würde ich die Karten verdeckt auf dem Tisch verteilen und jeder muss nach der reihe (ich selber auch) eine Karte ziehen und das Sprichwort dadrauf versuchen zu vervollständigen, und ich hab mir gedacht wenn das jemand nicht schafft bekommt er unterstützung aus der Gruppe und es wird eine kleine Bewegungsübung gemacht "damit die Gehinrzellen ein richtig wach werden" z.B. Wir Pflücken jetzt einen Obstbaum, schön nach oben in die Luft greifen und das Obst abpflücken" dann könnte man noch fragen was für Obst gepflückt werden kann z.B. für einen Obstsalat. Am Ende der Stunde würde ich dann gerne eine Feedbackrunde machen wo ich selber auch stillere Bewohner lobe und das jeder ein bißchen annerkennung bekommt.
Ist das Realistisch für 45Minuten gruppe? Und wie könnte ich die Gruppe Begrüßen soll ich mir da einen Satz/Spruch ausdenken denn ich dann jedesmal sage?

Das mit dem Matreial suche ich mir dann noch zusammen sobald ich Themen orierntiert was mache, vielleicht das zu Märchen oder so. Aber das finde ich eine sehr gute Idee.

Das mit dem Ausmal Bild zusammen malen finde ich eine gute Idee, für die Männer haben wir mal alte Autos genommen das kam gut an.

Was meinst du denn mit einem Praktikumsprojekt?

vielen vielen dank für die schnelle Hilfe und die guten Ideen!

@rosi

Dieses Spiel kenne ich gar nicht aber es klingt sehr gut ich versuche das malnach zu bauen.
Zieht dann jeder Patient ein Papier wo der Star drauf steht und zeigt es dann in der Runde so das die anderen wissen was er ist oder wird das irgendwie hinter ihn gehängt oder so?

Das mit denn Such Bildern ist auch super vorallem für Patienten die sich schlecht auf so Rätzelhefte einlassen können, und es ist auch was für nicht mehr ganz so fitte Patienten.



Das mit der Biographie arbeit fehlt mir sehr schwer, dadurch das es so keine Akten gibt zum reinschauen oder es auch keine Kennenlernrunden in der Therapie gibt, weil sich die Patienten shcon von Station kennen, ich shcnapp dann zwischen durch mal ein paar sachen auf wenn die patienten sich unterhalten aber ich dachte ich könnte vielleicht ein kleines Quiz machen und wenn die Gruppe die Flasche antwort gibt gebe ich einen Satz vor und sie sollen ihn mit ihren erinnerungen füllen zum Beispiel "Früher war mein lieblingssport/lieblingsbeschäftigung...?"

Mein ihr das wäre zu einfallslos und plomp?
Vielleicht habt ihr ja noch ideen was man in der Projektgruppe an Kreatives machen kann, ich hatte jetzt die Idee eine Patchwork decke zu machen, ich bringe dann Knöpfe mit, Wollreste und stoffreste sind da, mal sehen was die Männer dazu dann sagen :D

vielen vielen dank an euch zwei ihr habt ich nehme mir eure ideen und tipps zu herzen! Und erstmal lcoker dran gehen, ich versuch mein bestes ich bin immer so nervös  ;)

liebe grüße Aisling

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03 Feb. 2010 12:41 #7689 von rosi niels
Hallo aisling
Hier eine Anleitung zum "WER BIN ICH"
Jeder BW erhält von dier eine Karte so vor sich hingestellt das er/sie den darauf befindlichen Namen NICHT! lesen kann.
Er/Sie soll ja durch Fragen herausbekommen welcher Name auf den Karten steht.
Z.B. ist es ein musiker?  bei ja darf die nächste Frage gestellt werden
                                  bei nen kommt der nächste an die Reihe
wenn einer meint zu wissen wer er ist so sagt er es.
Die BW müssen sich merken was sie schon gefragt haben und welche Antworten sie erhielten Dann noch überlegen was sie von den Personen auf den anderen Blättern wissen um eventuell Hilfestellung zu geben
Meistens spielen wir bis die ersten 5 Personen erkannt haben welcher Name auf ihren Blatt steht
Nachdem ich das einige Male gemacht hatte fanden die BW das ich auch mitspielen sollte - jetzt bringe ich immer ein leeres Blatt und einen dicken Filzschreiber mit damit ein BW (immer ein anderer) einen Namen aufschreibenkann und auf einen Buchständer vor meinem Platz stellt. So bin ich eingebunden - und man ist nicht so der "Oberlehrer"

Ich habe hinten aus pappe und faden einen Ständer an die laminierten Seiten gebaut so das man sie hinstellen kann
Also brauchst du "Stars" aus der Nachkriegszeit können auch nur in der Region bekannte Personen sein.
Auch heute aktuelle Politiker (Merkel Schröder...) gehen wenn die BW noch regelmäßig Fernsehen oder Zeitung lesen
Nicht gut kommen Comicfiguren an - werden eigentlich nie erraten
(habe ich am Anfang mal ausprobiert)

Hoffe Dir geholfen zu haben
Viel Spaß beim "Spielen"
Rosi

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03 Feb. 2010 16:09 #7690 von talie
Hallo Aisling,
schön das Du schon so viele Tipps bekommen hast. Ich möcht Dir ein paar aufmunderte Worte mitgeben. Hey, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.Dein erstes Praktikum in dem Bereich, das solltest Du nicht vergessen. Ich kann verstehen das Du Dich da ein bischen überfordert fühlst, deshalb ist es wichtig, das Du den engen Austausch mit Deiner Anleiterin suchst. Ein Tipp für Dich um Deine Unsicherheit abzubauen. Regelmäßig ein Reflexionsgespräch mit deiner Anleiterin führen. Ich mache das auch immer mit meinen Praktikanten. Zuerst schmunzeln meine Praktikanten immer, wenn ich das für mich selbstverständlich anbiete, aber nach einer gewissen Einarbeitungszeit merken sie, wie hilfreich so ein R.gespräch ist. Gerade in Deinem Bereich ist es besondere Herausforderung sich klar abzugrenzen, eigene Emotionale-und Persönliche Anteile ein stück zurückzustauen, sicher aufzutreten um die Leitung einer Gruppe zu übernehmen. Verlange nicht zuviel von Dir selbst, das blockiert Dich nur. Ich weiß es ist einfach für mich so zu schreiben, aber ich selber würde es einfach schade finden, wenn Du über die Schiene der Überforderung die Freude an Deiner Arbeit verlierst und an Dir selber zweifelst. Lass Dir Zeit niemand ist Perfekt, das wichitgste ist echt zu sein bei seiner Aufgabe und wenn Du darüber hinaus es schaffst ein bischen Humor zu entwickeln, wirst Du mit einem Augenzwinkern ;) merken das es nicht so schlimm ist.
LG Talie

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04 Feb. 2010 10:27 #7692 von Aisling
vielen vielen dank an alle
und das mit den reflexionsgesrpächen spreche ich mal an
ich bin auch die erste praktikantin meiner anleiterin also ist das für uns beide sehr neu, aber sie ist sehr aufgeschlossen was sowas angeht

dann mach ich mich mal ans arbeitet!
vielen dank ;)

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