Hallo Kisu,
in den meisten Einrichtungen sind Angebote an 5 Tagen die Woche üblich, so dass die Bewohner auch so etwas wie ein „Wochenend-Gefühl“ bekommen.
Wenn deine Kollegin bereits mit ihren 3 Angeboten gestartet ist, sollte sie diese am besten auch beibehalten. Ansonsten solltet ihr euch mal nach Feierabend treffen, um euch in Ruhe abzusprechen.
Als ich damals mit einer Gedächtnistrainingsgruppe startete, kristallisierte sich nach einigen Monaten heraus, dass ich die mittlerweile sehr große Gruppe (durchschnittlich 14 Teilnehmer) splitten muss, um homogene Gruppen zu schaffen. Denn selbst unter den „fitten“ waren immer noch einige Teilnehmer, die unterfordert waren und den anderen Gruppenmitgliedern stets zuvorkamen.
Ebenso verhielt es sich mit den Gymnastikgruppen: Rollstuhlfahrer und gehfähige Bewohner saßen zu Beginn gemeinsam in meiner Sitzgymnastikgruppe. Später splittete ich die sehr große Gruppe (zuletzt 20 Teilnehmer) und bot für gehfähige Bewohner Gymnastik inklusive Kraft- und Balancetraining zur Sturzprophylaxe an.
Wenn eure Gruppen nach einiger Zeit immer größer werden, kannst du mit deiner Kollegin ja überlegen, ob das Splitten für euch auch in Frage käme. Insbesondere die Sturzprophylaxe ist für die Bewohner von hoher Wichtigkeit.
Weitere Ideen:
Haushaltsgruppe:
gemeinsam kochen, backen, Salate zubereiten etc. Hinterher gemeinsam essen und natürlich auch gemeinsam abwaschen. Dieses Angebot wird auch von einigen Männern sehr gern angenommen! In Absprache mit der Küche die Zutaten von der Küche besorgen und die benötigten Utensilien bereitstellen lassen. Insgesamt ist dieses Angebot sehr zeitaufwändig; 3 Stunden muss man da schon einplanen, daher vielleicht nur nicht wöchentlich umsetzbar.
Gartengruppe:
Viele Bewohner hatten früher selbst einen Garten und könnten dort ihre Fertigkeiten einbringen, und sei es nur in Form von verblühten Blüten entfernen, Terrasse fegen oder Blätter harken. Rollstuhlfahrern kann man Hochbeete anlegen oder im Blumenkasten in der Einrichtung Blumen- oder Kräutersamen säen lassen. Auch die wöchentliche Blumenpflege in der Einrichtung gehört dazu.
Rhythmikgruppe:
Gemeinsam singen und musizieren, unterschiedliche Musik hören und darüber sprechen, Instrumente selber bauen. Dieses Angebot wird sehr gern wahrgenommen, auch von männlichen Bewohnern. Buchtipp: Musik erleben und gestalten mit alten Menschen.
Spielgruppe:
Von den gängigen Gesellschaftsspielen wie „Mensch-ärger-dich-nicht“ über „Mühle“, „Rommé“ bis hin zu Würfelspielen, Kegeln, Bingo und Kommunikations- und Ratespielen wie „Sonnenuhr“ oder „Vertellekes“ ist für jeden Geschmack was dabei. Renner bei den Bewohnern: BINGO. Schau mal bei den Downloads.
Männerstammtisch:
Die männlichen Bewohner kommen oft zu kurz bei den anderen Angeboten. Hier treffen sich nur die Männer und reden über Fußball, Sport, Politik oder das aktuelle Weltgeschehen oder spielen Karten oder Würfelspiele. Stammtisch heißt nicht zwangsläufig, dass Bier oder Schnaps fließen muss, wenn es das Krankheitsbild erlaubt und die Heimleitung einverstanden ist, ist gegen gemäßigten Alkoholgenuss sicher nichts einzuwenden. Auch das werkeln mit Holz oder Ausbesserungsarbeiten wie Gartenmöbel streichen kann man hier einbinden.
Weitere Angebote, die man 1x monatlich an einem festen Tag anbieten könnte, z.B.
An jedem 1. Montag im Monat
Geburtstag des Monats (für alle Bewohner, die im Monat zuvor Geburtstag hatten)
An jedem 1. Dienstag im Monat
Tierstunde/Besuch auf 4 Pfoten
An jedem 1. Mittwoch im Monat
Haushaltsgruppe
An jedem 1. Donnerstag im Monat:
gemeinsame Aktivitäten mit den Kindergartenkindern
An jedem 1. Freitag im Monat
Ausflüge in die nähere Umgebung
In Kombination mit externen Angeboten wie Gottesdienst, Fußpflege, Frisör und Physiotherapie dürfte da keine Langeweile aufkommen.
Am besten: Bewohner einfach mal fragen was sie gern machen würden.
Liebe Grüße
Petra