Mein Kopf raucht... Hilfe bei Angeboten

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19 Jan. 2010 07:02 #7528 von Kisu
Mein Kopf raucht... Hilfe bei Angeboten wurde erstellt von Kisu
Hallo Ihr Lieben,

Ich bräuchte mal wieder euren Rat.
Wir ihr vll wisst habe ich ja in einem Altenheim seit ein paar Tagen als Berufsanfänger neu angefangen. Die BW und Angestellten sind alle echt nett und ich fühl mich da auch sehr wohl. Nur herrscht über mein Einsatzgebiet (so will ich es jetzt mal nennen) immer noch Chaos.
Erst sollte ich auf dem Demenzbereich arbeiten, wofür ich mir auch schon so viele Sachen überlegt hatte (das ganze Wochenende durchgeackert hab) und gestern erfahre ich dass ich jetzt doch zusammen mit einer Kollegin den Bereich der fitteren BW machen soll. Meine Kollegin ist 3 mal die Woche da und wir haben uns auch schon versucht einigermaßen abzusprechen aber so im Vorbeigehen und zwischen Tür und Angel ist das immer blöd. Jetzt hatte sie an ihren 3 Tagen immer einmal Gymnastik, Gedächtnisttraining und kreatives Arbeiten angeboten. Ist ja auch alles super aber ich muss 7 Tage die Woche ein Angebot abliefern und will mich nicht unnötig mit den Angeboten wiederholen, zumal habe ich noch kaum Ideen was ich mit den BW machen könnte da ich noch keine Bücher oder andere Materialien besitze. Sowas muss ich auch alles selber kaufen. Hätte da wohl jemand eine Buchempfehlung oder tipps wie ich am Anfang leichte Angebote machen kann? Und fändet ihr es schlimm wenn die BW zb. 2 - 3 mal die Woche dasselbe also Gedächtnistraining machen?
Ihr merkt ich bin grad etwas überfragt ...
Ich hoffe ihr könnt mir helfen.

Lieben Dank
Kisu

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19 Jan. 2010 10:35 #7530 von Anonymous
Anonymous antwortete auf Mein Kopf raucht... Hilfe bei Angeboten
Hallo Kisu,

in den meisten Einrichtungen sind Angebote an 5 Tagen die Woche üblich, so dass die Bewohner auch so etwas wie ein „Wochenend-Gefühl“ bekommen.
Wenn deine Kollegin bereits mit ihren 3 Angeboten gestartet ist, sollte sie diese am besten auch beibehalten. Ansonsten solltet ihr euch mal nach Feierabend treffen, um euch in Ruhe abzusprechen.

Als ich damals mit einer Gedächtnistrainingsgruppe startete, kristallisierte sich nach einigen Monaten heraus, dass ich die mittlerweile sehr große Gruppe (durchschnittlich 14 Teilnehmer) splitten muss, um homogene Gruppen zu schaffen. Denn selbst unter den „fitten“ waren immer noch einige Teilnehmer, die unterfordert waren und den anderen Gruppenmitgliedern stets zuvorkamen.
Ebenso verhielt es sich mit den Gymnastikgruppen: Rollstuhlfahrer und gehfähige Bewohner saßen zu Beginn gemeinsam in meiner Sitzgymnastikgruppe. Später splittete ich die sehr große Gruppe (zuletzt 20 Teilnehmer) und bot für gehfähige Bewohner Gymnastik inklusive Kraft- und Balancetraining zur Sturzprophylaxe an. 
Wenn eure Gruppen nach einiger Zeit immer größer werden, kannst du mit deiner Kollegin ja  überlegen, ob das Splitten für euch auch in Frage käme. Insbesondere die Sturzprophylaxe ist für die Bewohner von hoher Wichtigkeit.

Weitere Ideen:

Haushaltsgruppe:
gemeinsam kochen, backen, Salate zubereiten etc. Hinterher gemeinsam essen und natürlich auch gemeinsam abwaschen. Dieses Angebot wird auch von einigen Männern  sehr gern angenommen! In Absprache mit der Küche die Zutaten von der Küche besorgen und die benötigten Utensilien bereitstellen lassen. Insgesamt ist dieses Angebot sehr  zeitaufwändig; 3 Stunden muss man da schon einplanen, daher vielleicht nur nicht wöchentlich umsetzbar.

Gartengruppe:
Viele Bewohner hatten früher selbst einen Garten und könnten dort ihre Fertigkeiten einbringen, und sei es nur in Form von verblühten Blüten entfernen, Terrasse fegen oder Blätter harken. Rollstuhlfahrern kann man Hochbeete anlegen oder im Blumenkasten in der Einrichtung Blumen- oder Kräutersamen säen lassen. Auch die wöchentliche Blumenpflege in der Einrichtung gehört dazu.

Rhythmikgruppe:
Gemeinsam singen und musizieren, unterschiedliche Musik hören und darüber sprechen, Instrumente selber bauen. Dieses Angebot wird sehr gern wahrgenommen, auch von männlichen Bewohnern. Buchtipp: Musik erleben und gestalten mit alten Menschen.

Spielgruppe:
Von den gängigen Gesellschaftsspielen wie „Mensch-ärger-dich-nicht“ über „Mühle“, „Rommé“ bis hin zu Würfelspielen, Kegeln, Bingo und Kommunikations- und Ratespielen wie „Sonnenuhr“ oder „Vertellekes“ ist für jeden Geschmack was dabei. Renner bei den Bewohnern: BINGO. Schau mal bei den Downloads.

Männerstammtisch:
Die männlichen Bewohner kommen oft zu kurz bei den anderen Angeboten. Hier treffen sich nur die Männer und reden über Fußball, Sport, Politik oder das aktuelle Weltgeschehen oder spielen Karten oder Würfelspiele. Stammtisch heißt nicht zwangsläufig, dass Bier oder Schnaps fließen muss, wenn es das Krankheitsbild erlaubt und die Heimleitung einverstanden ist, ist gegen gemäßigten Alkoholgenuss sicher nichts einzuwenden. Auch das werkeln mit Holz oder Ausbesserungsarbeiten wie Gartenmöbel streichen kann man hier einbinden.

Weitere Angebote, die man 1x monatlich an einem festen Tag  anbieten könnte, z.B.

An jedem 1. Montag im Monat
Geburtstag des Monats (für alle Bewohner, die im Monat zuvor Geburtstag hatten)

An jedem 1. Dienstag im Monat
Tierstunde/Besuch auf 4 Pfoten

An jedem 1. Mittwoch im Monat
Haushaltsgruppe

An jedem 1. Donnerstag im Monat:
gemeinsame Aktivitäten mit den Kindergartenkindern

An jedem 1. Freitag im Monat
Ausflüge in die nähere Umgebung


In Kombination mit externen Angeboten wie Gottesdienst, Fußpflege, Frisör und Physiotherapie dürfte da keine Langeweile aufkommen.

Am besten: Bewohner einfach mal fragen was sie gern machen würden.

Liebe Grüße
Petra

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19 Jan. 2010 18:01 #7534 von Kisu
Hallo Petra

Vielen recht herzlichen Dank für deine sehr ausführliche Antwort. Ein paar Ideen sind mir beim Nachforschen davon auch schon gekommen. Aber ein paar andere recht hübsche Ideen werde ich sicherlich noch umsetzen können.
Ich werde es zwar nicht sofort machen können aber so nach und nach ich denke mal nach einem Monat wenn die BW wissen dass ich auch Angebote mache und wenn ich hoffentlich geklärt habe wer für die Kostenübernahme meiner Matierialien zuständig ist

Nebenbei gefragt hätte jemand noch eine Idee wie ich so eine Art Flipchart machen kann weil wir keins haben und auch an den Wänden kein Platz für ein Bogen Papier ist um dort mal so Spiele wie Glücksrad, Galgenmännchen etc. zu spielen.

Danke nochmal für die vielen tollen Ideen :)
Ihr seid echt spitze!

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20 Jan. 2010 21:34 #7553 von tschenni
tschenni antwortete auf Mein Kopf raucht... Hilfe bei Angeboten
Hallo Ihr, ich wollte nur kurz in Erinnerung rufen, dass die bettlägrigen Bewohner nicht vergessen werden dürfen. Bei uns fordert der MDK die tägl. Betreuung von Bew. mit PS 3 !
Für diese Betreuung geht enorm viel Zeit drauf und die Bew. sind für jegliche Zuwendung dankbar.
LG Jenny

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29 Jan. 2010 12:16 #7633 von robins
Ich kenne das, weil mich diese Thema früher auch ständig beschäftigt hat.
Es mussten immer 7 Tage verplant werden, der HL vorgelegt und wenn es ihr nicht passte wieder umstrukturiert werden.Sie wollte immer mehr immer vielseitigere, kreativere Angebote und die BW blieben total überfordert auf der Strecke.Ihr war das z. B. total wichtig zu basteln, nur bastelte keiner bei uns gern....und ich war zum Schluß total frustiert

Inzwischen habe ich in einem andern Heim eine Dementengruppe.Immer die gleiche Gruppe.Und ich gebe außer Mo.(da habe ich themenorientierte Gruppenarbeit) immer die gleichen Stunden.Und ob ihr es glaubt oder nicht.
Die Gruppe ist überwiegend schwerstdement .....kann aber mind. 4 Lieder die ich ihnen beigebracht habe auswendig,mehrere Sitztänze...kein Problem...das konnten meine fitten BW früher nicht.
und auch das Spielen von Rhythmikinstrumenten wird im 3/4 und 4/4 Takt mühelos bewältigt.Also alles was mit Musik und Tanz zu tun hat schaffen sie ohne Probleme.Defizite gibt es hauptsächlich beim Betrachten von Bildkarteien oder das Assoziieren mit Wortkarteien.Deshalb habe ich mich entschlossen zus. eine Fortbildung zur SMEI Therapeutin zu machen.Mit Schwerpunkt Musik und Tanz.

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30 Jan. 2010 11:08 #7640 von Sonnenblume123
Sonnenblume123 antwortete auf Mein Kopf raucht... Hilfe bei Angeboten
hallo!!
Wichtig ist vielleicht auch das du einen wochenplan erstellt!! is immer eine gute orientierung für dich, die bewohner,die Angehörigen, das pflegepersonal und die heimleitung!!
Bei uns gibt es 2 Wochenpläne.
Wochenplan 1 :  für Gruppenaktiverung. Der hängt bei uns in den Wohnbereichen. so weiß jeder wo wann was stattfindet. bei uns zB:

Mo:Gymnastik
Mi: Spielrunde
Fr:Zeitungsschau

Di/Do: wird immer gewechselt: Hauswirtschaftliche Tätigkeiten, Singen, Sinne aktivieren, Lese-Rate-Stunde, Gedächtnistraining, kreatives Gestalten...

Wochenplan 2 : für Einzelaktiverungen
(der hängt zB in den Dienstzimmern  auf den Wochenbereichen aus)
Mo: Fr. X  Fr. H. Fr. Y
Di: ...

bei den Einzelaktivierungen haben wir "feste" Bewohner!! v. a. Bettlägerige, PS 3

und immer alles schön dokumentieren!!!!!!  Gaanz wichtig!!

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30 Jan. 2010 11:15 #7641 von Sonnenblume123
Sonnenblume123 antwortete auf Mein Kopf raucht... Hilfe bei Angeboten
Buchtipps:

"Aktivierung in der Altenpflege" von Elfriede Lindner

is recht teuer...aber lohnt sich!!!

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