Hallo Violet!
Solche Bewohner lernt irgendwann jeder einmal kennen.
Du hast geschrieben, dass ihr keinen Raum habt, in dem der Bewohner nach Herzenslust herumräumen kann, was schade ist. Denn das ist genau das, was er in dieser Phase der Demenz bräuchte.
Das Ziel "ungewollte Verhaltensmuster abstellen" ist utopisch, dazu ist der Betroffene nicht in der Lage. Vielmehr lautet das Ziel "Freiraum lassen" und "motorische Unruhe abbauen können", indem sie in sinnvolle Bahnen gelenkt werden.
"Sinnvoll" für den Bewohner muss nicht zwangsläufig sinnvoll für uns sein, denn sämtliche Taschentücher auseinanderpflücken oder alle Schränke ausräumen kann für Demenzkranke höchst befriedigend sein.
Es liegt also an der Einrichtung und dem betreuenden Personal, diesen Bewohnern ein Betätigungsfeld zu eröffnen, wo er eben genau das kann: nach Herzenslust ausräumen, rumschieben, wühlen.
Im Idealfall hält die Einrichtung eine sogenannte "Laufstraße" bereit, die mit offenen Regalen und Schränken zum ein- und ausladen einlädt. Sprich mal mit der Heimleitung und Pflegedienstleitung, ob ihr da bezüglich Räumlichkeiten nicht doch etwas machen könnt.
Vielleicht reicht ihm aber auch schon eine große Kiste auf dem Boden, in der er wühlen kann.
Wenn er gerne Stühle schiebt, kann er vielleicht unter Aufsicht beim Holen und Bringen von Rollstuhlfahrern behilflich sein. Vielleicht wäre er auch bereit, den Boden zu fegen, Laub zu harken...im Idealfall eine Tätigkeit, die ihm aus seiner Biografie heraus vertraut ist (Arbeit, Hobbys). Also unbedingt in den Biografiebogen schauen bzw. mit den Angehörigen sprechen. Mit etwas Glück findet man da etwas, was man reaktivieren kann.
Er nimmt gern etwas auseinander? Kann man sich das nicht zunutze machen? Falls keine Verletzungsgefahr bei ihm besteht, kann man ihm vielleicht kaputte Geräte, Möbel o.ä. geben, welches er mit den Händen oder einem Schraubendreher zerlegen kann.
Einfach mal verschiedenes anbieten und beobachten, wie er damit umgeht!
Ansonsten: jede Möglichkeit zur Bewegung nutzen: ihn zu Spaziergängen mitnehmen, Treppen steigen statt Fahrstuhl fahren...
Kannst ja mal berichten, ob etwas dabei war, was bei ihm hilft.
Liebe Grüße
Petra Ahmad