Schwieriger Umgang mit Bewohnerin - Bitte um Hilfe

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29 Sep. 2009 22:04 #6876 von natzeline
Meine Lieben,

ich möchte euch gerne um Hilfe bzw. Rat bitten.

Eine Bewohnerin von mir - nennen wir sie Frau Maier - bereitet mir seit geraumer Zeit Kopfschmerzen und Magengrummeln. Sie ist relativ fit und selbständig, seeeehr selbstbewusst und von sich überzeugt, kam vor Jahren in ganz schlechtem Zustand ins Heim und mittlerweile ist sie die fitteste Bewohnerin auf meinem Bereich.

Ich arbeite jetzt seit 1 Jahr in dem Heim - als Mutterschaftsvertretung. Bewohnerin Maier hing sehr an meiner Vorgängerin und vergleicht jetzt nach einem Jahr immernoch meine Art zu arbeiten, mti der meiner Vorgängerin. Anfangs kam sie regelmäßig zu meinen Angeboten und war immer sehr zufrieden, dann kam eine Krankheitsphase meinerseits, wo ihre geliebten Angebote ausgefallen sind udn seither kommt sie zu keinem einzigen Angebot mehr. Als ich sie in ihrem Zimmer darauf angsprochen habe, wurde sie sehr "zickig" (entschuldigt, mir fällt kein anderes Wort ein) und hat mir ein paar Brocken vor die Füßen geworfen, die ich überhaupt nicht zuordnen konnte und schmiss mich aus ihrem Zimmer. Ich hab ihr ein paar Tage Zeit gegeben und wollte nochmal mit ihr reden - wieder rausgeschmissen. Sie grüßt mich nicht mehr, nicht mal wenn ich ihr direkt ins Gesicht schaue und ihr guten Tag sage, sie ignoriert mich, schmeißt mich aus dem Zimmer wenn ich nur anklopfe und das ganze Klima ist gereizt, obwohl ich immer sehr höflich und offen ihr gegenüber bin. Zwischenzeitlich hat sie einmal mit mir 1 Stunde über belangloses gesprochen, bis ihr "eingefallen" ist, dass ICH es bin (den Eindruck hatte ich) und hat mich wieder rausgeschmissen. Bei Festen wie Geburtstagsfeiern auf dem Wohnbereich kommt sie, redet aber nicht mit mir. Warum sie so reagiert, will sie mir nicht sagen. Auch der Pflege oder Kolleginnen hat sie es nicht verraten.

Ich muss dazu sagen, dass die Dame generell nicht einfach ist, sehr aggressiv werden kann, ständig den übrigen Bewohnern sagt, wie dumm und widerlich und absolut idiotisch sie sind und meint sie sei die Grand Dame.

So - wie soll ich weiterhin verfahren? Sie sagt zwar von sich immer "ich sag jedem offen meine Meinung, dann weiß jeder woran er ist", wenn ich dann sage, dann sagen sie MIR doch offen was sie stört, dann kommt nur "ach da müssen sie selbst drauf kommen, mir sind sie wurscht".

Ich akzeptiere prinzipiell - wenn jemand nicht mit mir will oder kann - dann ist das ok. Ich kann schließlich auch nicht mit jedem. Aber wenigstens "guten Tag" kann man sich sagen und auf eine Frage "wollen sie ein Stück Kuchen" mir eine Antwort geben.

Weiß ehrlich nicht weiter und das liegt mir irgendwie im Magen.

Habt ihr noch eine Idee? Tschuldigung, dass es doch so lang geworden ist,
eure Natze

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01 Okt. 2009 13:02 #6884 von Anonymous
Hallo,

also ich beneide dich ehrlich nicht für diese vetrackte Situation, aber es könnte doch sein, dass die BW dadurch die gewünschte Aufmerksamkeit von dir erhält, die sie sich vielleicht insgeheim wünscht oder vielleicht vorher von der Therapeutin erhalten hat?! Kann sein, dass ich total daneben liege, aber Menschen haben so ihre Eigenarten...

Liebe Grüße
Josi

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01 Okt. 2009 17:00 - 01 Okt. 2009 17:05 #6886 von majati
Hallo,
beim Lesen kam mir auch die Idee, dass sie viel Aufmerksamkeit sucht.
Manchmal kann Aggression aber auch eine Kompensation für Unfähigkeit sein.

Allerdings lese ich auch ein bisschen heraus, dass dir die "Harmonie" mit der Dame sehr wichtig ist. Das kann man nicht erzwingen!

Spontan würde mir einfallen, ihr vielleicht erst mal nicht mehr ganz so viel individuelle Aufmerksamkeit zu schenken,Fragen, die sie verneint oder ignoriert, zu akzeptieren und nicht weiter "nachzubohren".
Wenn du dadurch insgesamt selbstsicherer wirken kannst, gibst du ihr keine Angriffsfläche.

Dass Menschen Therapeuten untereinander vergleichen und natürlich auch bestimmte vorziehen, ist keine Seltenheit. Da muss man lernen, drüberzustehen und sich nicht irritieren lassen.
Im übrigen wünsche ich dir, dass du den nötigen Abstand behältst und für gute Psychohygiene sorgst. Du solltest die Dame nicht mit "nach Hause"nehmen!

Eine andere Möglichlichkeit ist, den Dingen mit Humor zu begegnen, damit kann man dem Gegenüber den Wind aus den Segeln nehmen.

Viel Erfolg und nicht entmutigen lassen!

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02 Okt. 2009 08:30 #6891 von talie
Hallo Natzelien,
ich kann mir gut vorstellen das es dich belastet. Ich lese für mich auch deutlich zwischen Deinen Zeilen, das auf deiner Seite eine gewisse Unsicherheit des nicht Verstanden werden, ein Anteil von Wut des nicht Greifbarem und einem Gefühl von Ohnmacht zu sein scheint.Wie gesagt das nehme ich ( ich kann ja nur für mich schreiben) für mich wahr. Es ist natürlich schwer, sich einen Eindruck von der Situation zu machen, da man z,b die Fr. Maier nicht persönlich kennt. Natürlich wissen wir in unserem Beruf, das wir besonders auf der Kommunikation auf der Beziehungsebene achten müssen, das wir uns klar zu unserem eigenen Schutz abgrenzen müssen. Das wir eigene Persönliche Anteile und des nicht wertends ein Stück zurücksetzen. Und das es uns nicht immer gelingt, zeigt aber auch das wir auch nur Menschen sind die mit Menschen arbeiten. Der Mensch ist für mich ein großes Komplex verschiedener Anteile eines Persönlichkeitsdasein und unsere Arbeit mit Menschen wird immer ein Stück von unserer eigenen Persönlichkeit gefärbt sein. Ich möchte dir nur Mut machen, fange nicht an, an deinen eigenen Fähigkeiten zu zweifeln. Vielleicht findest Du den Weg mit Fr. Maier wenn Du Dich in deinem Innneren ein Stück Emotional distanzierst und von oben noch einmal auf die Situation hinauf schaust, eine Art der Eigen-und Situativen Refexion. Denn vielleicht besteht bei Fr. Maier auch eine gewisse Unsicherheit des nicht Verstanden werden, ein Anteil von Wut des nicht Greifbarem und einem Gefühl von Ohnmacht.
Auch ich war mal in so einer Situation, da habe ich mir erst einmal gesagt, das Wort Aggressiv streiche ich, das fühlt sich für mich so negativ an, sondern herausforderndes Verhalten passt eher. Und ich habe mir die Einstellung erarbeitet, das jedes Verhalten für den Betroffenen seinen Sinn hat, auch wenn es für uns Außenstehende nicht nachvoll ziehbar ist. Ich finde den Satz toll, man kann sich nicht nicht Verhalten, denn jedes Verhalten ist ein Kommunikationsangebot
LG Talie

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