Hallo Sonrisa,
noch keiner hat geantwortet...na dann werd ich mal.
Eines vorweg: Bingo ist oftmals für Bewohner im Anfangsstadium bereits zu kompliziert.
Solltest du dennoch (für die anderen Bewohner ?) Bingo anbieten wollen, hier ein paar Vorschläge:
- Besorge dir die originalen Bingoscheine. Kioske sammeln nicht verkaufte Scheine gern, denn die landen eh im Müll
- evtl. für Bewohner mit eingeschränkten Sehvermögen die Scheine auf 200% vergrößern: passt genau auf eine DIN A-4 Seite. Ich kopiere beidseitig, das spart Papier
- die Bewohner kreuzen mit Filzstiften an, denn vielen Teilnehmern fehlt die nötige Kraft zum aufdrücken mit einem Kugelschreiber
- es gibt verschiedene Spielvarianten; man muss sich nur vorher einigen. Die gängige Variante: 5 Zahlen in einer Reihe (waagerecht, senkrecht oder diagonal) ergeben "Bingo".
- Varianten des Bingos, um insbesondere für fitte Bewohner Abwechslung reinzubringen:
a) "Fensterrahmen": Alle äußeren Zahlen ringsherum müssen angekreuzt werden
b) "Fensterkreuz": die mittlere senkrechte und die mittlere waagérechte Reihe
c) "Die Fünf": Wie auf einem Würfel: die 4 Ecken und die mittlere Zahl
d) "Die Drei": wie beim Würfel, diagonal von rechts oben nach links unten oder von links oben nach rechts unten
usw. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Der Kursleiter sagt vorher an, was gefordert ist, kann auch nach jeder Runde abwechseln. Das erhöht die Aufmerksamkeit und trainiert die Denkflexibilität; man muss schon gut aufpassen!
- weitere Variante:
Die Zahlen werden nicht nur vorgelesen ("B 8" oder "I 17"), sondern das assoziative Denken durch gezielte Fragestellungen trainiert:
"In welchem Jahr verbrannte das Luftschiff Hindenburg?" (1937, die 37 wird also angekreuzt)
"Abend wenn ich schlafen geh, wie viele Englein um mich stehen?" (14)
"Wieviel Jahr, blondes Haar?" (17)
"Wenn man etwas nicht versteht, ist ein Buch mit wieviel Siegeln?" (7)
"Welche Autobahn verbindet die Städte Berlin und Hannover, die A...?" (2)
usw.
Hierzu findest du unter "Downloads" einen Bogen mit Fragen für die Zahlen 1 - 72.
- Variante, um das Kurzzeitgedächtnis zwischendurch auf Trab zu bringen sind Fragen, die sich auf zuvor gezogene Zahlen beziehen, z.B.: "Die letzte Zahl geteilt durch 2" oder "Die letzte zahl, nur umgedreht"
- Variante, um das Visualisieren zu trainieren:
Fragen beziehen sich auf bekannte Dinge in der Einrichtung, die sich die Teilnehmer vor ihrem geistigen Auge vorstellen sollen, z.B.: "SWie viele Tische stehen im Speisesaal?" oder "Wie viele Knöpfe sind im Fahrstuhl?"
- wer Bingo hat, ruft laut "Bingo" und liest seine angekreuzten Zahlen vor. Der Kursleiter (bei uns eine Bewohnerin) kontrolliert, ob die Zahlen auch genannt wurden. Der Gewinner darf sich einen "Preis" aussuchen.
- als Preise eignen sich Kleinigkeiten, z.B. Probeflaschen aus der Drogerie mit Pflegeprodukten, Werbegeschenke von Firmen, Süßigkeiten (Vorsicht bei Diabetikern!), kleine Flasche (0,2 Liter) Schnaps (Vorsicht bei Alkoholikern!), kleiner Dekoartikel für´s Zimmer und was einem so einfällt. Sollte es ein größerer Preis sein, so könnte z.B. die Teilnahme an einem besonders tollen Ausflug verlost werden. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt, letzendlich entscheidet wohl das zur Verfügung stehende Etat
- Variante für eine homogene Gruppe mit demenziell erkrankten Teilnehmern: Tier-Bingo
a) Ein Worddokument erstellen mit 3 x 3 Kästchen in Blattgröße (oder weniger, je nach Demengrad)
b) 12 Karten in Kästchengröße erstellen mit Tierbildern (Google Bildersuche, Cliparts oder Malvorlagen), möglichst naturgetreu, aus dem Erfahrungsbereich der Teilnehmer und ohne störenden Hintergründe
c) Karten in der Anzahl der Teilnehmer (je schwächer die Teilnehmer umso kleiner die Gruppe) ausdrucken, einlaminieren und ausschneiden.
d) Die teilnehmer suchen sich 9 Tiere aus, die sie auf die einzelnen Kästchen legen (trainiert schon einige Bereiche!)
e) Kursleiter spielt eine Tierstimme vor. Wer das erratene Tier hat, dreht es um so dass die blanke kartenrückseite oben liegt.
f) Wer zuerst 3 Karten in einer Reihe hat, hat gewonnen
g) variante: der Kursleiter regt das assoziative Denken an, indem die Teilnehmer erraten müssen welches Tier gemeint ist, z.B. "Es steht auf der Weide...es wird geschoren..."
alle möglichen Bilder kann man nehmen und beispielsweise auch mit einem Tastkim, Geruchskim oder Geschmackskim kombinieren:
- Musikinstrumente
- Prominente
- Pflanzen
- alte Gegenstände
- Kräuter
...
Liebe Grüße
Petra Ahmad