Sichtstunde Gedächtnistraining - Biografiearbeit

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28 Juni 2009 15:48 - 28 Juni 2009 18:04 #6327 von LunaStella
Hallo zusammen!

Ich bin im 2. Ausbildungsjahr und mache zur Zeit ein Praktikum in einem Seniorenheim. Nun hab ich heute meinen Sichtstundentermin bekommen: ich hab nicht mal 2 Wochen Zeit für Bericht und Therapiekonzept!! :O

Natürlich hab ich mir im Vorfeld schon ein paar Gedanken gemacht, was ich anbieten könnte und bin auf Gedächtnistraining gekommen. Da die Bewohnerin, über die ich den Bericht schreiben möchte, früher sehr gerne gekocht hat, habe ich mir überlegt das Thema "Küche" anzubieten.
Zum einen möchte ich in der Kleingruppe Sprichwörter ergänzen lassen, zum anderen evtl. Gegenstände aus der Küche mitbringen und diese ertasten lassen. Vielleicht mache ich auch etwas mit Gewürzen, d.h. Gewürze erraten.
Aber jetzt bin ich irgendwie unsicher, ob diese Übungen wirklich unter Gedächtnistraining fallen, weil z.T. gehen sie schon in Biografiearbeit über, oder?
Außerdem weiß ich nicht, ob die Aufgaben vielleicht zu einfach für meine Klientin sind. Sie ist manisch-depressiv, gedächtnistechnisch aber noch weitgehend fit.
Ein Ziel könnte also der Erhalt ihrer vorhandenen Fähgikeiten sein (z.B. Termine ohne Erinnerung durch Pflegepersonal weiterhin wahrnehmen). Lege ich meinen Schwerpunkt mehr auf Biografiearbeit würde ein Ziel mit anderen Bewohnern in Kontakt treten lauten.

Was meint ihr, ist eine Kombination aus Gedächtnistraining und Biografiearbeit hier sinnvoll? Habt ihr vielleicht noch eine Idee für eine etwas anspruchsvollere Übung zum Thema Küche?

Ich freu mich auf Anregungen und auch Kritik, bzw. Verbesserungsvorschläge!
Vielen, vielen Dank!

Luna

Edit: Betreff geändert wegen Umbruchproblem in den Boxen auf der Startseite.

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28 Juni 2009 16:05 - 28 Juni 2009 18:02 #6329 von Eirinn
Hallo LunaStella,

wichtig wäre erstmal daß du das Ziel benennen kannst was du in der Therapie erreichen möchtest.
Wieviel Zeit hast du?
Einzel-oder Gruppensituation?
Lg

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28 Juni 2009 21:01 #6332 von LunaStella
Hallo,

ich habe 45 min Zeit und möchte die Therapie in einer Kleingruppe von 4 Bewohnern durchführen.
In Kommunikation mit anderen Bewohnern zu kommen, die kognitiven Fähigkeiten erhalten und Selbstwertgefühl aufzubauen wären meine ungefähren Ziele. Deswegen war mein Gedanke Gedächtnistraining mit Biografiearbeit zu verbinden...

Danke schon mal,
liebe Grüße.

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29 Juni 2009 18:45 #6334 von Katrin27
Hallo!
Du hast doch sicher schon die Zielformulierung in der Schule gehabt. Damit solltest Du beginnen. Wenn Du Deine Ziele ordentlich formulieren kannst, weißt Du auch enau, was Du in der Therapie machst. Dann kannst Du im Nachgang auch ordentlich in der Reflexion begründen.
Schu Deine Bewohnerin mal genau an. Ein Gedächtnistraining dient dem Erhalt vorhandener Gedächtnisfunktionen - die ja eigentlich bei Deiner Bewohnerin ganz gut sind... Biografiearbeit ist auch immer anteilig Gedächtnistraining! Also Schritt 1: Defizite der Bewohnerin benennen und dann Ziele formulieren! Viel Erfolg! ;D

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29 Juni 2009 19:47 #6337 von Anonymous
Hallo Luna!

Wenn deine Bewohnerin noch so „fit“ ist, kann sie vielleicht selbst sagen, welche Ziele sie hat?
Vielleicht sind ihr andere Dinge (z.B. besser laufen können) viel wichtiger als der Erhalt ihrer kognitiven Fähigkeiten?
Insbesondere, da sie manisch-depressiv ist, könnten vielleicht auch  Ziele im sozio-emotionalen Bereich Vorrang haben.
Da aber nur du die Befunderhebung gemacht hast, kann man  aus der Ferne mit diesen paar Informationen nur wenig dazu sagen.

Soll es tatsächlich das Thema Küche sein, kannst du  den Schwierigkeitsgrad variabel gestalten und somit auch passend auf die anderen Gruppenteilnehmer abstimmen.
Um bei den anderen Teilnehmern keinen Frust aufkommen zu lassen, sollte es allerdings eine homogene Gruppe sein, das heißt, die kognitiven Fähigkeiten sollten sich in etwa entsprechen.

Selbstverständlich ist eine Kombination aus Gedächtnistraining und Biografiearbeit sinnvoll, da es bei biografischen Gesprächen ja nicht nur um die Aktivierung von Inhalten aus dem Langzeitgedächtniss geht, sondern auch um den Erhalt der Wortfindung und Formulierungsfähigkeit.

Wenn du ein paar „anspruchsvollere“ Übungen dazu nehmen möchtest, könntest du ´ne Menge mit Sprichwörtern passend zum Thema machen. Z.B. 2 Sprichwörter miteinander vermischen und evtl. noch 1 – 2 falsche Wörter mit unterschummeln. Das ist dann schon recht anspruchsvoll.
Gute Quelle: www.redensarten-index.de

Oder typische Tätigkeiten in der Küche in 4 – 6 (je mehr, umso schwieriger) aufsplitten, auf Karten schreiben und dann in die richtige Reihenfolge bringen lassen. Beispiel: Oberbegriff ist „Kuchen backen“. Auf den Karten steht dann

-  In den Ofen schieben
-  Teig rühren
-  auf einem Blech verteilen
-  Zutaten abwiegen


Eine beliebte Übung ist auch „Außenseiter“:
Mehrere Begriffe stehen in einer Reihe, ein Begriff passt nicht zu den anderen. Die Teilnehmer sollen diesen Außenseiter nicht nur erkennen sondern auch erklären, warum er nicht dazu gehört.
Beispiel:
Apfel – Pflaume – Orange – Kirsche – Erdbeer
(Außenseiter ist die Orange, da sie nicht einheimisch ist)


Anspruchsvoll ist auch folgende Übung:
Du lässt Wörter zum Thema „Küche“ (z.B. typische Küchenutensilien) sammeln (= Wortfindung) und schreibst diese untereinander an die Tafel.
Die Teilnehmer nennen beispielsweise die Begriffe  
„Spüle“
„Kühlschrank“
„Pfanne“
usw.

Du beginnst eine beliebige Geschichte, z.B.: „Oma Hilde hat sich anlässlich ihres 75. Geburtstags Gäste eingeladen und will einen Kuchen backen. Die Zutaten hat sie bereits eingekauft. Da plötzlich...“
Nun sind die Teilnehmer nacheinander an der Reihe. Der erste in der Runde soll die Geschichte nun sinnvoll (!) fortsetzen und das Wort „Spüle“ mit einbauen, der zweite das Wort „Kühlschrank“ usw. Eine wirklich anspruchsvolle Übung, die die Fantasie anregt.

Vielleicht konnte ich mit diesen Vorschlägen helfen?

Liebe Grüße,
Cassiopeia

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01 Juli 2009 18:04 #6354 von Anonymous
Hallo,
also erstmal solltest du nicht die Defizite benennen oder suchen, weil wir doch Salutogenetisch arbeiten. Sprich du guckst was für Fähigkeiten noch vorhanden sind und baust darauf auf. Eine Möglichkeit zum Thema Küche / Kochen wäre auch einfach etwas selber zu Kochen (kann ja auch nur ein Salat sein wegen der Zeit). Du kannst dann auch mit Hilfe von Leittexten arbeiten, da hast du dann auch das kognitive drin (Verständnis / Handlungsplanung...). Ist aber jetzt auch nur so ne Idee weil meine alten Damen alle sehr gerne Kochen und sich dann auch gebraucht fühlen bzw. sie haben das Gefühl etwas sinnvolles zu tun (Selbstvertrauen). Ich wünsche Dir viel Glück und erzähl mal wies gelaufen ist.
Liebe Grüße Kim

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01 Juli 2009 18:42 #6357 von LunaStella
Hey,
vielen Dank für eure Hilfe! Einige Vorschläge kann ich sicherlich für meine Sichtstunde verwenden.
Leider musste ich die Bewohnerin wechseln, kann jedoch beim Thema kochen bleiben. Bei ihr möchte ich v.a. ihre Merkfähigkeit erhalten (Alzheimer-Demenz bei spätem Beginn) und ihr Selbstbewusstsein bzgl. Gedächtnistraining aufbauen (da sie sich noch nicht zutraut im regulären Training teilzunehmen).
Zum Glück habe ich noch 2 Wochen Zeit, um mich vorzubereiten (der Termin hat sich nämlich auch geändert... ;) ). 

Vielen Dank nochmal!

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03 Juli 2009 14:32 #6370 von stefan
Vielleicht hilft dir das hier weiter:
erinnerungspflege.wordpress.com/ ... artoffeln/
Auf dem Flohmarkt oder im Antiquariat findet man jede Menge alter Kochbücher zu sehr günstigen Preisen.

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