Hallo Luna!
Wenn deine Bewohnerin noch so „fit“ ist, kann sie vielleicht selbst sagen, welche Ziele sie hat?
Vielleicht sind ihr andere Dinge (z.B. besser laufen können) viel wichtiger als der Erhalt ihrer kognitiven Fähigkeiten?
Insbesondere, da sie manisch-depressiv ist, könnten vielleicht auch Ziele im sozio-emotionalen Bereich Vorrang haben.
Da aber nur du die Befunderhebung gemacht hast, kann man aus der Ferne mit diesen paar Informationen nur wenig dazu sagen.
Soll es tatsächlich das Thema Küche sein, kannst du den Schwierigkeitsgrad variabel gestalten und somit auch passend auf die anderen Gruppenteilnehmer abstimmen.
Um bei den anderen Teilnehmern keinen Frust aufkommen zu lassen, sollte es allerdings eine homogene Gruppe sein, das heißt, die kognitiven Fähigkeiten sollten sich in etwa entsprechen.
Selbstverständlich ist eine Kombination aus Gedächtnistraining und Biografiearbeit sinnvoll, da es bei biografischen Gesprächen ja nicht nur um die Aktivierung von Inhalten aus dem Langzeitgedächtniss geht, sondern auch um den Erhalt der Wortfindung und Formulierungsfähigkeit.
Wenn du ein paar „anspruchsvollere“ Übungen dazu nehmen möchtest, könntest du ´ne Menge mit Sprichwörtern passend zum Thema machen. Z.B. 2 Sprichwörter miteinander vermischen und evtl. noch 1 – 2 falsche Wörter mit unterschummeln. Das ist dann schon recht anspruchsvoll.
Gute Quelle:
www.redensarten-index.de
Oder typische Tätigkeiten in der Küche in 4 – 6 (je mehr, umso schwieriger) aufsplitten, auf Karten schreiben und dann in die richtige Reihenfolge bringen lassen. Beispiel: Oberbegriff ist „Kuchen backen“. Auf den Karten steht dann
- In den Ofen schieben
- Teig rühren
- auf einem Blech verteilen
- Zutaten abwiegen
Eine beliebte Übung ist auch „Außenseiter“:
Mehrere Begriffe stehen in einer Reihe, ein Begriff passt nicht zu den anderen. Die Teilnehmer sollen diesen Außenseiter nicht nur erkennen sondern auch erklären, warum er nicht dazu gehört.
Beispiel:
Apfel – Pflaume – Orange – Kirsche – Erdbeer
(Außenseiter ist die Orange, da sie nicht einheimisch ist)
Anspruchsvoll ist auch folgende Übung:
Du lässt Wörter zum Thema „Küche“ (z.B. typische Küchenutensilien) sammeln (= Wortfindung) und schreibst diese untereinander an die Tafel.
Die Teilnehmer nennen beispielsweise die Begriffe
„Spüle“
„Kühlschrank“
„Pfanne“
usw.
Du beginnst eine beliebige Geschichte, z.B.: „Oma Hilde hat sich anlässlich ihres 75. Geburtstags Gäste eingeladen und will einen Kuchen backen. Die Zutaten hat sie bereits eingekauft. Da plötzlich...“
Nun sind die Teilnehmer nacheinander an der Reihe. Der erste in der Runde soll die Geschichte nun sinnvoll (!) fortsetzen und das Wort „Spüle“ mit einbauen, der zweite das Wort „Kühlschrank“ usw. Eine wirklich anspruchsvolle Übung, die die Fantasie anregt.
Vielleicht konnte ich mit diesen Vorschlägen helfen?
Liebe Grüße,
Cassiopeia