Hallo!
Das mit dem Füttern hatten wir bei der Bewerbung, auch mit verschiedenen Stufen- zuerst normal füttern, dann ist der "Gefütterte" blind, dann führen nach Affolter, Fazilitieren vom Schluckvorgang usw.-
außerdem fällt mir dazu ein
"Instant Ageing" -ist euch das ein Begriff?
Ich habe gerade die Einschulung gemacht und im Prinzip geht es da auch um Selbsterfahrung mit versch. Stufen- wird in unseren Heime für Mitarbeiter von der ET angeboten, damit sie sich besser in die Lage der Heimbewohner versetzen können:
werde euch im Nachfolgenden die Punkte grob schildern, vielleicht ist ja was dabei, was ihr anwenden könnt:
z.B. die Versuchsperson muss normale Handschuhe anziehen, dann darüber noch mal etwas zu große Gummihandschuhe, die Finger werden mit einem großen Gummiring in Achterschlaufen miteinander verbunden, dass man sie kaum strecken kann und zusätzlich wird eine Schiene (soll bewußt eine Kontraktur nachstellen) darübergegeben und mit Bandagen
befestigt.
Nun muss die Versuchsperson z.B. Tabletten aus einem Blister drücken und in eine Tablettenschachtel einordnen, eine Tel. nr. aufschreiben und auch wählen, eine Türe auf - und zu sperren.
Das wäre z.B. eine Station.
Eine weitere war eine Brille aufzusetzen, die eine starke Sehstörung vortäuscht, gleichzeitig mit Ear-plugs bzw. KOpfhörer um eine zusätzliche Schwerhörigkeit zu simulieren.
Nun soll die VP z.B. einen Menüplan ausfüllen, eine Tel. nr. raussuchen, wieder eine best. Tablettenpackung öffnen und einschachteln-
muss sagen, mit der Brille war es nahezu unmöglich! Mal ganz davon zu schweigen, dass ich nichts lesen konnte.
Uns wurde dann noch ein Papier vorgelegt zum Unterschreiben von der Sozialarbeiterin - draufstand ein Scherzetext, den ihr euch überlegen könnt- dass derjenige euch sein nächstes Gehalt zukommen lässt oder ähnliches.
dafür braucht ihr - alte Tabletten (Apotheke), Ohrstöpsel usw., Telefonbuch, die Lesebrillen hatten wir vom Blindenverband- gibt es in Deutschland bestimmt auch.
noch eine Station war selber Rollstuhlfahren und gefahren werden auch über Bodenschwellen, ruckartig usw. (damit man merkt, wie mit einem manchmal rumgeschubst wird)
mit einem Rollmobil in Beugestellung zusammengeschnürt (eine Selbstkonstruktion mit Gurten und Klettverschlüssen) und Gewichten an Beinen und Händen (so wie für's Fitnesstraining) zusätzlich die Beine in Unterschenkelhöhe in Achterschleife zusammengebunden, dass nur Mini-Schritte möglich sind eine Gehstrecke bewältigen. Zurück dann mit einem Gehstock und noch einer Tasche mit 3l-Flüssigkeit die man fiktiv vom Einkauf zurückschleppt...
noch eine weitere Station war eine simulierte Hemiplegie... dazu Arm am Rücken "schnüren" ein "gebastelter" Plegie arm wurde mit Bändern an der Schulter fixiert. Eine Beinschiene+Gewicht am plegischen Bein. - da ist in der Umsetzung natürlich viel Phantasie gefragt!
es wurde immer in Zweiergruppen gearbeitet, wobei jeder so ca. 10min. hatte zum Ausprobieren (stoppen mit Eieruhr) - Anlegen der Kleidung usw. wurde in der Zeit nicht mitgerechnet.
Anschl. Feedbackrunde.
Man kommt wirklich erst selber drauf, mit wie vielen Einschränkungen so mancher Bewohner zu kämpfen hat und wird dadurch auch sensibilisiert im Umgang- eigentlich wichtig für alle Mitarbeiter!
Lg+viel Erfolg!