ansprechende Biographiebögen

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26 Nov. 2007 18:46 #1970 von Mandy1903
ansprechende Biographiebögen wurde erstellt von Mandy1903
Hallo Leute,
ich suche ansprechende Biographiebögen, damit wir nicht einfach diese unschönen A4 Blätter den Angehörigen geben müssen, oder mit den Bewohnern durchgehen müssen. Kann mir jemand Internetseiten und Bücher  sagen, wo ich soetwas finde oder vielleicht einen schönen zusenden?

Wäre ganz lieb!!!
Mandy :)

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27 Nov. 2007 18:55 #1976 von Maia
Maia antwortete auf ansprechende Biographiebögen
Ja, Mandy, genau so was suche ich auch schon länger!
Vielleicht hat hier jemand eine Idee und kann uns damit weiterhelfen?
:D Ich wäre dankbar.
Liebe Grüße
Maia

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27 Nov. 2007 19:15 #1977 von sascha_sz
sascha_sz antwortete auf ansprechende Biographiebögen
Dann schließe ich mich mal eurer Suche an.Wäre echt spitze wenn jemand was zu dem Thema hätte

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27 Nov. 2007 21:08 #1979 von mag73
mag73 antwortete auf ansprechende Biographiebögen
Hallo,
ich bin neu in der Arbeit mit Demenzkranken und kann nicht genau sagen, ob die Bögen, die ich gefunden habe nun gut sind oder nicht. Aber sie sehen professionell und durchdacht aus. In dem Buch"Themenorientierte Gruppenarbeit mit Demenzkranken" von Sabine Gatz und Lioba Schäfer im Beltz-Verlag sind am Schluß Kopiervorlagen eines 4-seitigen Fragebogens zur Biografie. Mit Angaben zur Person, Bildung, Wohnverhältnisse, Einschneidenden Erlebnissen, Bezugspersonen, Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen, Vorlieben und Gewohnheiten etc. Wie gesagt, von mir noch nicht praxiserprobt, aber auf den ersten Blick übersichtlich und mit allen wichtigen Details.
Liebe Grüße, Mag

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27 Nov. 2007 21:27 #1981 von Anonymous
Anonymous antwortete auf ansprechende Biographiebögen
Hallo Mandy und alle anderen...


den erwähnten Biografiebogen aus dem Buch "Themenorientierte Gruppenarbeit mit Demenzkranken" nutzen wir für unsere Einrchtung auch und mir persönlich gefällt er auch gut.
Es ist aber auch kein Problem selbst einen Biografiebogen zu erstellen, denn je nach Einrichtung und Konzept können ja unterschiedliche Daten wichtig sein.
Meines Erachtens sind nebem dem Beruf und der familiären Situation insbesondere "Vorlieben und Abneigungen" wichtig um
diese Erkenntnisse bei der Basalen Stimulation berücksichtigen zu können sowie der Punkt "Prägende Ereignisse und Verlusterfahrungen".

Den Biografiebogen bekommen die Angehörigen bei uns sofort  bei Abschluss des Heimvertrages ausgehändigt mit der Bitte, diesen baldmöglichst ausgefüllt wieder abzugeben. Als Einleitung habe ich ein paar Sätze formuliert, damit die Angehörigen nachvollziehen können, warum die Kenntnis der Biografie für die Mitarbeiter so wichtig ist und einen Hinweis, dass Mitarbeiter gern helfend zur Seite stehen (wird aber so gut wie nie angefordert).

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Angehörige ...

... mit dem Ausfüllen meist überfordert sind

... wichtige Angaben verweigern weil sie der Meinung sind "Das geht
    niemanden  etwas an" oder weil sie schlichtweg den Sinn so eines Bogens nicht verstanden haben

...viele Punkte mit einem "Strich" versehen (aus Unkenntnis?)

...bei der Frage nach den Eltern mit "verstorben" antworten (wobei eigentlich offensichtlich sein sollte, dass ein 85-jähriger Neuzugang keine lebenden Eltern mehr hat...)

Ich versuche daher, möglichst frühzeitig Kontakt zu den Angehörigen aufzunehmen, mich und meine Aufgaben vorzustellen um dann - evtl. zu einem separaten Termin - den Bogen entweder mit den Angehörigen allein, in Beisein des Bewohners oder eben nach und nach mit dem Bewohner allein auszufüllen sofern er noch orientiert ist.  Alles andere halt selten Nährwert!

Liebe Grüße,
Cassiopeia

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28 Nov. 2007 20:58 #1987 von Maia
Maia antwortete auf ansprechende Biographiebögen
Vielen Dank, Mag und Cassiopeia!

Eure Infos helfen mir schon mal weiter. Da ich das angesprochene Buch habe, werde ich mir diesen Fragebogen mal unter die Lupe nehmen. Und dann vielleicht den Vorschlag von Cassiopeia aufgreifen und einen eigenen erstellen. Klingt sinnvoll, da jede Einrichtung ja Prioritäten setzt und nicht in jedem Haus alle Fragen gleich relevant sind.
Auch die Hinweise zur praktischen Handhabung und zu den Erfahrungen mit dem Ausfüllen vonseiten der Angehörigen kann ich gut gebrauchen. Danke nochmal!
Schönen Abend, euch allen.
Maia  :)

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29 Nov. 2007 19:51 - 01 Dez. 2007 12:14 #1999 von Anonymous
Anonymous antwortete auf ansprechende Biographiebögen
Ich  nochmal...


zur Erstellung eines eigenen Biografiebogens mal folgendes Gedankenspiel:

Stellt euch vor, ihr könntet nach einem Unfall plötzlich nicht mehr sprechen und wärt auf Pflege angewiesen.
Welche Gewohnheiten / wichtige Informationen sollten die Pflegekräfte (in diesem Fall wohl die im Krankenhaus) über euch wissen, damit ihr euch möglichst wohlfühlt und in der fremden Umgebung auch angstfrei seid?

Allein beim Punkt "Schlafgewohnheiten" wäre dies beispielsweise in meinem Fall:
Ich brauch meine extralange Bettdecke von 2,20 m, meinen Schlafanzug und die Hosenbeine steck ich Sommer wie Winter in Socken. Im Idealall liegt noch mein Schatz neben mir und mein Kater schnurrenderweise auf meiner Brust. Dann schlaf ich wie ein Murmeltier und keine Pflegekraft braucht mich mit Schlaftabletten vollpumpen weil ich einfach nicht einschlafen kann.

Zu jedem Bereich kann man Vorlieben / Gewohnheiten / Abneigungen erfragen.

Zum Beispiel eine Essbiografie, zumal Essen ja eine wichtige Schlüsselrolle einnimmt ("Sexualität des Alters"  ;) )

Mögliche ragen könnten daher folgendermaßen lauten:

-Welches sind Ihre Lieblingsspeisen / Lieblingsgetränke?

- Welche Speisen/Getränke mögen Sie überhaupt nicht?

- Gibt es Speisen/Getränke, die Sie nicht vertragen oder auf die Sie aus Gesundheitsgründen verzichten müssen?

- Wann nehmen Sie für gewöhnlich Ihre Mahlzeiten (Frühstück, Mittag, Abendessen) ein?

- Was gehört für Sie zu einem schönen Frühstück/ Abendessen?

- Worauf legen Sie bei der Speisenaufnahme besonders Wert? (z.B. Tischdecke, Blume auf dem Tisch,…)

- Haben Sie gern noch ein „Betthupferl“ zu sich genommen? Wenn ja, welches?

- Haben Sie sich schon mal nach einem anstrengenden Arbeitstag  mit einem besonderen Getränk/einer besonderen Speise selbst „belohnt“? Wenn ja, womit?

- Gab es feste Gewohnheiten im Speiseplan, wie beispielsweise freitags ist Fischtag, sonntags gibt es Braten?

- „Sonntags kommt das gute Tafelgeschirr auf den Tisch“…war das bei Ihnen auch so?

- Wurden in Ihrer Familie Tischgebete gesprochen? Wenn ja, könnten Sie sie heute noch aufsagen?

- Welche Tischregeln kennen Sie, worauf wurde in Ihrer Familie Wert gelegt? (z.B. „Die Ellenbogen nicht auf den Tisch abstützen“, „Mit vollem Mund spricht man nicht!“)

- Bestanden Ihre Eltern darauf, dass der Teller leer gegessen wird? 

- Was hat man früher mit Essensresten gemacht?

- In der Kriegs- und Nachkriegszeit war es schwer, die Familie zu ernähren. Wie haben Sie sich geholfen um über die Runden zu kommen?

- Hatten Sie Gelegenheit zu Restaurantbesuchen oder Picknick auf der Wiese?

usw.

Wenn ihr diese Fragen für euch mal selbst beantwortet, werdet ihr feststellen, wie wichtig einige Punkte für euch sind und wie manche Punkte auch prägend waren
(z.B.  Abneigung gegen Steckrübensuppe weil es in den Kriegsjahren oft nichts anderes gab / Unverständnis, wenn die Ergotherapeutin Kartoffeldruck machen möchte wo man früher hungern musste...!)

Liebe Grüße,
Cassiopeia

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03 Dez. 2007 20:02 #2024 von Maia
Maia antwortete auf ansprechende Biographiebögen
Danke Cassiopeia,

eine gute Idee, sich selbst mal in so eine Situation hinein zu denken!!! Das macht den Sinn der Fragen noch einmal "griffiger". Auf das Nächstliegende kommt man anscheinend oft nicht.

Liebe Grüße von Maia

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