Ich nochmal...
zur Erstellung eines eigenen Biografiebogens mal folgendes Gedankenspiel:
Stellt euch vor, ihr könntet nach einem Unfall plötzlich nicht mehr sprechen und wärt auf Pflege angewiesen.
Welche Gewohnheiten / wichtige Informationen sollten die Pflegekräfte (in diesem Fall wohl die im Krankenhaus) über euch wissen, damit ihr euch möglichst wohlfühlt und in der fremden Umgebung auch angstfrei seid?
Allein beim Punkt "Schlafgewohnheiten" wäre dies beispielsweise in meinem Fall:
Ich brauch meine extralange Bettdecke von 2,20 m, meinen Schlafanzug und die Hosenbeine steck ich Sommer wie Winter in Socken. Im Idealall liegt noch mein Schatz neben mir und mein Kater schnurrenderweise auf meiner Brust. Dann schlaf ich wie ein Murmeltier und keine Pflegekraft braucht mich mit Schlaftabletten vollpumpen weil ich einfach nicht einschlafen kann.
Zu jedem Bereich kann man Vorlieben / Gewohnheiten / Abneigungen erfragen.
Zum Beispiel eine
Essbiografie, zumal Essen ja eine wichtige Schlüsselrolle einnimmt ("Sexualität des Alters"

)
Mögliche ragen könnten daher folgendermaßen lauten:
-Welches sind Ihre Lieblingsspeisen / Lieblingsgetränke?
- Welche Speisen/Getränke mögen Sie überhaupt nicht?
- Gibt es Speisen/Getränke, die Sie nicht vertragen oder auf die Sie aus Gesundheitsgründen verzichten müssen?
- Wann nehmen Sie für gewöhnlich Ihre Mahlzeiten (Frühstück, Mittag, Abendessen) ein?
- Was gehört für Sie zu einem schönen Frühstück/ Abendessen?
- Worauf legen Sie bei der Speisenaufnahme besonders Wert? (z.B. Tischdecke, Blume auf dem Tisch,…)
- Haben Sie gern noch ein „Betthupferl“ zu sich genommen? Wenn ja, welches?
- Haben Sie sich schon mal nach einem anstrengenden Arbeitstag mit einem besonderen Getränk/einer besonderen Speise selbst „belohnt“? Wenn ja, womit?
- Gab es feste Gewohnheiten im Speiseplan, wie beispielsweise freitags ist Fischtag, sonntags gibt es Braten?
- „Sonntags kommt das gute Tafelgeschirr auf den Tisch“…war das bei Ihnen auch so?
- Wurden in Ihrer Familie Tischgebete gesprochen? Wenn ja, könnten Sie sie heute noch aufsagen?
- Welche Tischregeln kennen Sie, worauf wurde in Ihrer Familie Wert gelegt? (z.B. „Die Ellenbogen nicht auf den Tisch abstützen“, „Mit vollem Mund spricht man nicht!“)
- Bestanden Ihre Eltern darauf, dass der Teller leer gegessen wird?
- Was hat man früher mit Essensresten gemacht?
- In der Kriegs- und Nachkriegszeit war es schwer, die Familie zu ernähren. Wie haben Sie sich geholfen um über die Runden zu kommen?
- Hatten Sie Gelegenheit zu Restaurantbesuchen oder Picknick auf der Wiese?
usw.
Wenn ihr diese Fragen für euch mal selbst beantwortet, werdet ihr feststellen, wie wichtig einige Punkte für euch sind und wie manche Punkte auch prägend waren
(z.B. Abneigung gegen Steckrübensuppe weil es in den Kriegsjahren oft nichts anderes gab / Unverständnis, wenn die Ergotherapeutin Kartoffeldruck machen möchte wo man früher hungern musste...!)
Liebe Grüße,
Cassiopeia