Hallo Mandy,
wenn man zu zweit ist, kann man sich die Woche ja problemlos aufteilen und auch am Wochenende Aktivitäten anbieten.
Ich für meinen Teil finde es allerdings, dass auch die Bewohner ein „Wochenende“ haben sollten, um die zeitliche Orientierung zu fördern und auch um zur Ruhe kommen zu können, denn so eine Woche im Pflegeheim ist mitunter recht hektisch. Zudem bekommen viele Bewohner ja insbesondere am Wochenende auch Besuch.
Mir geht es zudem wie dir: ich bin die einzige Ergotherapeutin und auch bei mir gibt es immer Bewohner, die sich am Wochenende langweilen. Natürlich könnte ich meinen Dienst so verlagern, dass ich an den Wochenenden da bin...dafür fehle ich an zwei Tagen in der Woche aber und somit ist nichts gewonnen.
Was also tun? Ich kann dir schildern, was ich bisher mit orientierten Bewohnern gemacht habe:
- In der Woche Kontakte zwischen Bewohnern mit Gemeinsamkeiten (z.B. gleicher Beruf, gleicher Wohnort, etc.) fördern, so dass evtl. eine Freundschaft entsteht und die Bewohner sich auch am Wochenende gegenseitig besuchen und austauschen
- Einfache Bastelarbeiten weiterführen, z.B. Pompons wickeln oder Motive aus Tonkarton zum ausschneiden mitgeben, (natürlich nur bei Bewohnern die mit der Schere adäquat umgehen können und nicht suizidgefährdet sind!)
- Individuelle Gedächtnistrainingsübungen vorbereiten und den Bogen als "Lustaufgabe" zum selber ausfüllen mitgeben. Die Bewohner sind immer ganz gespannt, ob sie alles richtig hatten und warten dann am Montag oder manchmal auch nach einer Woche (je nach Schwierigkeitsgrad) auf die Lösung.
- Feste Spielgruppen fördern: Bewohner, die gut miteinander harmonieren spielen Mensch-ärger-dich-nicht“ oder ein anderes Gemeinschaftsspiel, wobei ein Bewohner geistig so rege ist, dass er die Rolle des „Zugpferdes“ übernimmt und die anderen Mitspieler selbst „zusammentrommelt“. Die ersten Male habe ich die Kontakte gefördert, irgendwann klappte das allein. Evtl. kann auch eine Pflegekraft gebeten werden, die Mitspieler an den Tisch zu setzen und das Spiel anschließend wieder wegzuräumen, dauert ja höchstens 5 Minuten.
- Engagierte Angehörige können evtl. gebeten werden, ob sie bereit wären, bei ihrem Besuch einen bestimmten Bewohner bei Spaziergängen einfach mitzunehmen (keine Verletzungsgefahren vorausgesetzt!), denn einige Bewohner trauen sich z.B. nicht, den Fahrstuhl allein zu benutzen oder wollen einfach nicht ohne Gesellschaft an die frische Luft.
- Hauswirtschaftliche Tätigkeiten übernehmen: Handtücher zusammenlegen, Tisch abräumen, etc., wobei hier die Mitarbeiter die am Wochenende Dienst haben, gefordert sind diese Arbeiten weiterzugeben.
- Aktivierungskisten zur Verfügung stellen; was nutzt es dem Bewohner, wenn die Kisten zur 10-Minuten-Aktivierung im Schrank verschwinden wenn ich sie nicht gerade benutze? Die können auch im Wohnbereich griffbereit liegen und zum Betrachten, Erinnern und Anfassen anregen. Klar laufe ich immer Gefahr, dass das eine oder andere wegkommt, aber dann besorge ich den Inhalt eben neu.
- Fotoalben von AKtivitäten im Haus (ergotherapeutische Angebote, Feste,...) zum anschauen bereitlegen. Hier wäre auch das "Buch des Lebens" für etliche Bewohner interessant, welche sich noch nicht habe aber demnächst beginnen möchte.
- Geräusch-CD oder eine bestimmte Musik (z.B. altbekannte Kinderlieder) den Pflegekräften geben und bitten, die CD zwischendurch einfach mal laufen zu lassen um die Bewohner raten zu lassen (natürlich soll das nicht in Dauerberieselung ausarten)
Vielelicht war ja das eine oder andere dabei, was du in deiner Einrichrtung umsetzen kannst.
Liebe Grüße,
Cassiopeia