Bin noch Frischling in dem Bereich...
Aber, erstes was mir einfällt, Biographiearbeit.
Vor allem auch im Bezug auf ein Fortschreiten der Demenz sehr sinnvoll.
Gemeinsames Erarbeiten der wichtigsten Lebesstationen, und vielleicht gemeinsam eine Sammlung von Bildern, Fotos, Erinnerungsstücken etc erstellen. Auch Tätigkeiten auflisten, die die Patientin gerne ausführt / ausgeführt hat. Eltern, Arbeitstätigkeit, Wohnorte, Kinder, Hobbys, Haustiere... Gerüche, die sie mag, Rezepte, die sie gern verwendet, etc.
Vielleicht zusammen ein Album anlegen: Gemeinsam ausschneiden, einkleben, dekorieren, sammeln...
Und alles mit Beschriftungen versehen.
Ich arbeite zur Zeit mit dementen Patienten in einem Wohnheim, und eine Möglichkeit, Einblick in das vorherige Leben des Patienten nehmen zu können ist sowas von wertvoll! Leider aber nur bei wenigen Bewohnern gegeben.
Das ganze macht aber nur Sinn, wenn sie soweit hören, sehen und/oder lesen kann...
Kann sie es nicht:
Ich habe zur Zeit auch eine Patientin mit stark eingeschränkter Sehkraft. Sie braucht Dinge, die sie betasten kann, und ist in der Erkennung der Gegenstände auch sehr fähig. Bei ihr möglich (Beispiele): Ertasten von Tierfiguren, Gegenständen, Falten von Handtüchern, Besteck polieren, ganz wichtig: Körperkontakt (Hand halten).
Wohlfühlzeugs: Heisse (oder eher warme) Rolle, Handmassage (z.B: Einfach mit Speiseöl und Zucker), Gesichtsmassage (ganz vorsichtig - mag nicht jeder!), Arme / Beine ausstreichen - evtl. mit Schwamm, Massagehandschuh...
Taktile Reize geben: Sand, Körner, Federn, warm, kalt etc.
Und da ich auf den tiergestützten Krams stehe - wenn sie Tiere mag, Kaninchen, braver Hund, liebe Katze - was erreichbar ist, zum kraulen.
Wenn sie nestelt: Stoff, Fell, Kissen, Decke - was sie immer bei sich hat.
Gerüche: Austesten, ob sie diese wahrnehmen kann. Kaffee mahlen. Vanille auskratzen. etc...
Wie gesagt, bin Frischling - und gerade für Patienten mit eingeschränkter Wahrnehmung und Kognition bräuchte ich ebenfalls viel mehr Ideen.Stehe da auch oft hilflos vor. Was ist, wenn Patienten nicht mehr sagen können, das mag ich, das nicht? Wenn man's auch von Atemfrequenz und Mimik her nicht bestimmen kann was okay ist und was nicht?